Immer wieder wird von dem Megatrend Digitalisierung oder auch der digitalen Transformation gesprochen. Wie grenzen wir die Begriffe allerdings voneinander ab, wo liegt der Unterschied und was bedeutet die digitale Transformation für Unternehmen?

Kein Unternehmen möchte dabei das Schicksal eines Unternehmens wie Nokia oder Kodak teilen, die innerhalb von kürzester Zeit die eigene Transformation, die Anpassung an veränderte Kundenbedürfnisse, verschlafen haben. Es gibt aber auch positive Beispiele: So konnte bspw. das Unternehmen Netflix sein Geschäftsmodell innerhalb weniger Jahrzehnte mehrmals erfolgreich ändern.

Eine Abgrenzung von Digitalisierung und digitaler Transformation

Charles-Eduouard Bouue (CEO Roland Berger Strategy Consultants) sagt: Digitale Transformation ist die durchgängige Vernetzung aller Wirtschaftsbereiche und die Anpassung der Akteure an die Gegebenheiten der digitalen Ökonomie.

Eine andere Definition kommt von Nils Thiessen (Me Company): Die digitale Transformation beschreibt einen durch das (mobile) Internet ausgelösten Veränderungsprozess

Bei der Digitalisierung geht es um einen von neuen Technologien und damit verbundenen beschleunigten Informationen ausgelösten Zustand, der die bessere Erfüllung von Bedürfnissen von Kunden, Lieferanten und Mitarbeitern ermöglicht.

Deloitte (Deloitte 2016, Digitalisierung im Mittelstand) sagt: Digitalisierung bedeutet die Veränderung von Geschäftsmodellen durch die Verbesserung von Geschäftsprozessen aufgrund der Nutzung von Informations- und Kommunikationstechniken.

Kurz gesagt, besteht der Unterschied also darin, dass es sich bei der Transformation um einen Veränderungsprozess handelt, den Unternehmen durchlaufen müssen um wettbewerbsfähig zu bleiben. Die Digitalisierung ist eher als Megatrend zu verstehen, der oftmals „alter Wein in neuen Schläuchen“ ist. Schliesslich gibt es ERP und CRM Systeme auch nicht erst seit wenigen Jahren.

Die digitale Transformation von Unternehmen in 5 Schritten

  1. Analyse Status Quo: Was sind meine Ziele bei einem Prozess der (digitalen) Transformation? Wie passen diese mit meinen Unternehmenszielen überein? Welche Ressourcen habe ich zur Verfügung und welche Ressourcen möchte ich zukünftig für den Veränderungsprozess bereit stellen? Wie stark bin ich bereit, wie und wozu möchte ich den Weg der digitalen Transformation einschlagen. Was kann ich dem Unternehmen zumuten ohne seine operative Existenz zu gefährden. Ist ein Wandel mit den vorhandenen Ressourcen (Arbeit, Kapital, Know-How, Produkt) überhaupt möglich=
  2. Digitalen Mindset im Unternehmen verankern: Die erste Frage die sich ein Unternehmer stellen muss ist nicht, wie er das Mindset seiner Mitarbeiter verändert sondern, wie er sein eigenes Mindset ändern kann und eine Kultur des Digital Leaderships Große deutsche Konzerne bedienen sich hierzu bspw. des reverse mentoring. Bedeutet, dass sich erfahrene Führungskräfte von jungen digital natives schulen lassen. Dazu gehört aber nicht nur eine Kultur des Lernens, des beständigen Wandels vorzuleben sondern auch die Etablierung einer Fehlerkultur. Fakt ist aber: Die Treppe wird von oben gekehrt. Hat die Unternehmensspitze kein digitales Mindset, gibt es keine Chance auf eine digitale Transformation. Siehe auch: warum Digitalisierung Chefsache ist.
  3. Digitale Strategie entwickeln: Nach Analyse und Kultur steht die Entwicklung einer Strategie an. Strategie impliziert Ziele, Produkt, Zielgruppe und ein Maßnahmenbündel. Die Strategie kennzeichnet den kurz-, mittel- und langfristigen Fahrplan. Sie ist mit messbaren Kennzahlen und Zielen hinterlegt, bildet Zuständigkeiten und Verantwortungen ab und ist so aufgestellt, dass Sie bei Bedarf den Gegebenheiten angepasst werden kann.
  4. Weg von Aufgaben hin zu Ergebnissen hört sich profan an, ist es aber nicht. Immer wieder stelle ich fest, dass sich Unternehmen in Prozessen der digitalen Transformation an Aufgaben und Maßnahmen fest beissen bzw. sich innerhalb dieser verstricken ohne wirklich hinterfragt zu haben, wozu sie dies überhaupt machen. Was ist das gewünschte Ergebnisse? Wem gebe ich die Verantwortung und was ist überhaupt Verantwortung! In einer immer spezialisierteren Welt ist es unabdingbar sich auf das Fachwissen von Experten zu verlassen. Viel zu selten wird aber auch von diesen Experten erwartet, dass Sie die Verantwortung dieser Ergebnisse übernehmen. Die digitale Transformation erfordert somit eine absolute Ergebnisorientierung und eine Flexibilisierung der Maßnahmen.
  5. Nutzung der digitalen Möglichkeiten: Daten sind das neue Öl. Der Erfolg eines Unternehmens bzw. seines digitalen Transformationsprozesses wird in höchstem Maße davon abhängen inwiefern das Unternehmen es schafft, relevante Daten zu generieren. Dieses gelingt nur durch die Nutzung von Technologie. Auch das hört sich selbstverständlich an. In der Praxis ist es so, dass viele Unternehmen, die von der engen Kundenbindung leben, noch nicht verstanden haben, dass diese Kundenbindung nicht nur Offline- sondern auch online gepflegt werden muss.

Digitale Transformation ist nicht gleich Digitalisierung


Die Digitalisierung macht eine digitale Transformation für Unternehmen aller Branchen unabdingbar. Sie ist Basis und Auslöser für den notwendigen Prozess. Wer die Digitalisierung nicht begreift, in seinen Möglichkeiten durchdringt, wird einen digitalen Transformationsprozess nicht durchführen können.

2 Kommentare

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