Warum und wie ich am besten eine Online-Persönlichkeit werde

Die Generation der unter 40-jährigen ist online-süchtig. Mindesten drei Stunden verbringen wir täglich in sozialen Netzwerken. Das Problem: Wir konsumieren hauptsächlich. Wenn wir produzieren, dann meistens eher impulsiv und wenig strategisch: Wir posten Bilder aus dem Urlaub, Erfolgsgeschichten, teilweise immer noch unser Essen. Das ist peinlich. Das reicht nicht. Wie reagieren- wir agieren nicht. Wir sind operativ, nicht strategisch und verpassen viele geschäftliche Möglichkeiten. Der Facebook-Account und das einfache Mitschwimmen ist einfach zu wenig. Wir müssen es schaffen, unsere Offline-Präsenz, unser Wissen und unser Know-How auch online zu präsentieren. So wie wir bisher eine Persönlichkeit in der Offline-Welt dargestellt haben, so müssen wir das auch auf die Online-Welt übertragen. Gerade Unternehmer und Manager mit Personal- und Führungsverantwortung müssen Ihrer Rolle gerecht werden und auch da als Persönlichkeit aktiv sein, wo die Menschen sind. Wir müssen unsere eigene Strategie entwickeln. Loslegen, testen und stetiges Verbessern. Doch wie läuft das?

1.      Eine Strategie für eine Online-Persönlichkeit entwickeln.

Hier einige Leitfragen, die mir helfen sollten, mich online entsprechend zu positionieren.

  • Was möchte ich mit meinen Präsenzen erreichen? (Ziele: Möchte ich Beziehungen zu meinen Freunden/Geschäftspartnern verstärken? Möchte ich neue Kunden gewinnen? Neue Impulse für mein Leben bekommen? Feedback zu meiner Arbeit)
  • Wen möchte ich mit meiner Präsenz erreichen? (Zielgruppe: Sind es meine Freunde, denen ich imponieren möchte, verfolge ich geschäftliche Ziele mit dem Aufbau? Möchte ich als Unternehmer meinen Kunden oder meinen Investoren imponieren, dort stärkeres Vertrauen aufbauen?)
  • Welche Art von Content möchte ich nutzen? (Content: Cat-Content ist nett und hilft von Zeit zu Zeit zur Reichweitensteigerung, sollte aber nicht die einzige Inhaltsquelle sein. Verkaufe ich ein bestimmtes Handwerk als Dienstleistung bietet es sich an, Kostproben der eigenen Arbeit zu veröffentlichen, Fachwissen preis zu geben. Postings in denen Fachwissen kommuniziert werden, performen in der Regel schlechter als Postings mit „privatem, authentischem“ Inhalt)
  • Welche Kanäle möchte ich nutzen? (Kanäle: Erst nach Erstellung der Inhalte bestimme ich ich die Kanäle. Meiner Meinung nach sollte man sich lieber Fokussieren als zuviele Kanäle halbherzig zu bedienen!).
  • Woran messe ich meinen Erfolg? (KPI´s: Zusammen mit der Zieldefinition wahrscheinlich der am schwierigsten zu definierende Parameter)

Grundsätzlich ist es wichtig, sich nicht zu abhängig von externen Plattformen zu machen. Ich empfehle jedem, der eine Online-Persönlichkeit darstellen möchte, den Aufbau einer eigenen Webseite mit angeschlossenem Newsletter.

2.      Kompetenzen aufbauen

Das ist einfach gesagt, aber ziemlich komplex. Haben wir alle doch zunächst erst mal gar keine Ahnung von den Mechanismen von Online-Marketing und Social-Media. Woher auch? In unserem traditionellen Bildungssystem werden solche Inhalte komplett ausgeblendet. In den wenigsten Unternehmen gibt es strukturierte Programme mit denen Mitarbeiter geschult werden können. Doch welche Kompetenzen benötigen wir ganz genau?

  • Kenntnisse über die Wirkungsweisen und Algorythmen von Google und Social-Media. Das beinhaltet z.B.: Wie schaffe ich es, dass mein Post auch gelesen wird? Wann wird meine Botschaft auch genau an meine Zielgruppe ausgespielt? Was ist dran an den ständigen Algorythmusänderungen? Wie unterscheiden sich die einzelnen sozialen Netzwerke?
  • Wir brauchen Online-Sprach- und Kommunikationskompetenz: Wie poste ich? Wie ist meine Tonalität? Kurz angebunden oder ausführlich? Wie nutze ich Emojis? Welcher Stil passt zu mir? Kommunikation ändert sich massiv. Gießkanne funktioniert nicht mehr. Sämtliche Online-Werbeformen geben uns die Möglichkeit exakt die Zielgruppe zu adressieren, die für uns relevant ist.
  • Prägnanz: Jeder, der schon mal auf Youtube oder Facebook aktiv Inhalte gepostet hat, weiss: Wir müssen innerhalb weniger Sekunden auf den Punkt kommen. Die Aufmerksamkeitsspanne der Menschen sinkt immer weiter. Wir konsumieren keine 10 Minuten-Videos mehr, sondern max. 3 Minuten- häufig wesentlich kürzer. In den ersten 8 Sekunden entscheidet sich, ob der Konsument weiter am Ball bleibt. Wir müssen also die Kompetenz entwickeln, auf den Punkt zu kommen.

3.      Feedback einholen

Wenn wir wirklich auch Online eine Persönlichkeit darstellen wollen, müssen wir uns kontinuierlich Feedback einholen. Feedback bekommen wir am Besten von den Menschen, die wir erreichen wollen. Meine Empfehlung ist, dass wir uns regelmäßig in Workshops mit diesen Menschen zusammensetzen und unsere Inhalte, die Reaktionen und die Ergebnisse analysieren. Des Weiteren sollten wir die Möglichkeiten der Digitalisierung nutzen und sinnvolle Online-Tools verwenden um zu eruieren, ob wir auf dem richtigen Weg sind.  Das geht zum Beispiel über google Formulare. Hier können wir unsere Nutzer fragen, welche Inhalte ihnen gefallen haben und was Sie  sich in Zukunft wünschen. Sollten Sie weitere Fragen haben, freue ich mich über Kommentare oder emails an h.porschen@app-arena.com.

Von | 2018-09-05T18:00:11+02:00 19. Februar 2018|Alle Beiträge, Persönlichkeitsentwicklung|

Über den Autor:

Dr. Hubertus Porschen ist Geschäftsführer der App-Arena GmbH. Er war zudem Vorsitzender des Verbandes der Jungen Unternehmer (Die Familienunternehmer). Des Weiteren doziert er auf Konferenzen und Tagungen zu Themen rund ums Social Web, Digitalisierung und Innovationsthemen.

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