Die Digitalisierung rollt auf uns alle und die deutsche Industrie zu. Mit einer Wucht, die wir uns noch nicht ausmalen können. Und das auf allen Ebenen. Die herrschenden politischen Akteure geben sich alle Mühe, viel über digitale Themen zu sprechen und wenig umzusetzen. Der Knowing-Doing Gab ist nicht das einzige Problem. Es fehlt an Wissen. Es fehlt an einer Strategie und einem Plan. In der Politik- aber auch in den Unternehmen.

Deutschland ist ein Industrieland

Eines vorweg: Good old Germany ist ein Industrieland. Das ist ein riesen Asset! Das ist gut so. Länder wie Großbritannien sind in den letzten Jahrzehnten zu Dienstleistungsländern transformiert und haben im Zuge der Digitalisierung noch viel schwerwiegendere/andere Probleme.

Unternehmensstruktur: Deutschland zeichnet sich dabei im Wesentlichen durch Konzerne und einen breiten Mittelstand aus. Oftmals inhabergeführte Familienunternehmen, hidden Champions und Weltmarktführer gibt es in Deutschland häufiger als in jedem anderen Land (wenn die Statistik auch „schwarzweiss“ ist- wichtig ist die Tendenz: 1300 von 2700 Weltmarktführern weltweit sind in Deutschland ansässig).

Kompetenzen: Besonders zwei Kompetenzen sind für die deutsche Industrie bzw. den deutschen Mittelstand prägend:

  • Die enge Verzahnung mit dem Kunden und
  • Die Fertigungskompetenz

Sieht das zweite Asset sich mit digitalen Herausforderungen wie smart factory und robotik ausgesetzt (hier steht Deutschland übrigens gar nicht so schlecht da) so ist das zweite Asset akut gefährdet und läuft Gefahr überrollt zu werden.

Und jetzt kommt der digitale Tsunami „Sharing Ecomomy“

Uber, Airbnb, BlaBlaCar sind keine wirklich neuen Geschäftsmodelle. Während in den USA hunderte und tausende von erfolgreichen Sharingplattformen aus dem Markt spriessen, passiert in Deutschland wenig (Movinga ist hier bspw. eine Ausnahme).

Hier agieren Käufer und Verkäufer noch direkt miteinander. Angebot und Nachfrage stehen in direktem Kontakt. In den wenigsten Branchen sind Intermediäre oder besser gesagt „Plattformen“ zwischengestaltet. Die Bindung zum Kunden ist noch da. Die Macht hat sich noch nicht verschoben.

Das Henne-/Ei Problem digitaler Plattformen

Die Wechselbereitschaft der Kunden ist durchaus gegeben. Problem ist die Akquise des Angebots. Seien es Hotelzimmer, Fahrer oder was auch immer. Diese müssen von den Plattformen erst einmal für hohe Kosten akquiriert werden. Einer der Gründe übrigens, warum Plattformen in der Anfangszeit Verluste schreiben. Ist eine kritische Masse erreicht, besteht allerdings eine große Systemabhängigkeit des Kunden vom Intermediär bzw. der Plattform. Das ist nichts anderes als Kundenbindung.

 Gefahr: Plattformen werden zu Produzenten

Die Plattformen zeichnen sich durch etwas aus, was viele Unternehmen verlernt haben oder glauben, es digital nicht abbilden zu müssen: Ein Erlebnis, ein Kundenerlebnis. Online. Nicht offline. Genau. Und dazu haben Sie noch etwas: Service. UserChats, Webinare, Tipps und Tricks. Das ist Kundenbindung.

Und wenn die Kundenbindung da ist- geht es in Phase zwei: Die Produkte, die bisher nur auf der Plattform dargestellt wurden, werden nun selbst produziert. Und dann wird die Luft ganz schnell dünne!

Weil: Daten, Technologie und künstliche Intelligenz sind nun in der Lage, Produkte, die seit Jahrzehnten oder Jahrhunderten ertüftelt wurden- nachzubauen.

Jetzt Vollgas und Kompetenzen aufbauen

Der deutsche Mittelstand soll weiter produzieren. Er muss dringend lernen, digitale Geschäftsmodelle zu verstehen. Nur dann kann er sein Geschäftsmodell auf digitale Gegebenheiten anpassen und so innovieren und prozess- und kostenoperiert agieren.

Die wichtigste Message ist alledings, dass die Unternehmen die Schnittstelle zum Kunden dringend besetzen müssen, halten oder ausbauen. Intelligente Services und Produkte können hierbei helfen.

Die Basis, die physischen Produkte, sind schon da. Das hat die deutsche Industrie nämlich Amazon und Google voraus: Sie haben bereits physische Stores, Autos, Produktionen etc. Die Expertise müssen die Digitalisten nämlich erst aufbauen. Hierzu benötigen Sie eine digitale Strategie.

3 Kommentare

  1. Pingback: Social Media Experte| Keynote Speaker für Digitalisierung |Digitale StrategienSee-Think-Do-Care: Von Google lernen!

  2. Ich habe auch das Gefühl, dass insbesondere in Deutschland Digitalisierungsstrategien noch auf sich warten lassen. Ob die amerikanischen Vorbilder bei uns auch so durch die Decke gehen wage ich allerdings zu bezweifeln…

  3. Pingback: Social Media Experte|Digitale Transformation| Keynote Speaker für Digitalisierung |Digitale StrategienDigitalisierung- Eine Annäherung

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