Die Digitalisierung macht uns Allen zu schaffen. Den Arbeitnehmern macht Sie Angst, weil Sie Arbeitsplätze abschafft. Den Unternehmern, weil Sie diese nicht verstehen und Angst haben, Ihre Wettbewerbsfähigkeit zu verlieren.

Erfahrungen des Springer Manns Christoph Keese

Christoph Keese, als Springer-Mann (ehemals Chefredakteur FAZ und Handelsblatt), stammend aus einer Branche, die die Folgen der Digitalisierung besonders hart und schnell zu spüren bekommt, wollte es wissen und hat sich zusammen mit anderen Springer-Managern auf in das mächtigste Tal der Welt gemacht.

In „Silicon Valley- was aus dem mächtigsten Tal der Welt auf uns zu kommt“ beschreibt er seine Erfahrungen von dort und schafft es intelligent und unterhaltsam Wissen über Unternehmertum, Innovation und Disruption zu erläutern.

Geballtes Wissen für Einsteiger

Sieht man über die lästigen Springer-(Werbe)Blöcke hinweg, so bietet das Buch für Kenner der Start-Up und Digitalisierungs-Szene eine sehr gute Zusammenfassung. Seine wahre Stärke entfacht Keese allerdings durch seine einfache und kausale Argumentationskette für Einsteiger in das Thema. Wer sich bisher nur am Rande mit Digitalisierung, Unternehmertum und Start-Ups auseinandergesetzt hat, findet hier geballtes Wissen! Ein gutes Beispiel hierfür ist die Erläuterung der Theorie Clayton Christensens, der das Buch Innovators Dilemma geschrieben hat.

Plattformdenken, die notwendige horizontale Vernetzung von Unternehmen, Produkten und Dienstleistungen und die agilen Arbeitsweisen amerikanischer Start-Ups werden sehr gut beschrieben. Allerdings fehlt an der ein oder anderen Stelle die Tiefe in der Herleitung. Zentrale Aspekte, wie die besonderen Herausforderungen für deutsche Unternehmen (Stichwort: Industrieland vs. Dienstleistungsland, Die Nähe zum Kunden als besonderer Asset des deutschen Mittelstandes), nennt Keese nur teilweise. Und wie könnte eine mögliche Option für ein Industrieland für Deutschland aussehen? Diese und andere Fragen bleiben offen!

Mit Volldampf zur Digitalisierung

Am Ende bleibt ein sehr gut geschriebenes Buch, dessen Lesen absolut empfehlenswert ist. Christoph Keese hat sogar schon seinen Nachfolger “Silicon Germany“ angekündigt, der die Beantwortung der oben kritisierten offenen Fragen verspricht.

Für eine Zielgruppe sollte das Lesen dieses Buches allerdings eine Verpflichtung sein: Für Politiker. Denn das sagt Christop Keese zurecht: Wir (die Deutschen) werden zum Kaspar Hauser des 21. Jahrhunderts, wenn wir so weitermachen.

 

 

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