Die kleinen Dinge richtig machen

Ich habe in meinem Leben häufig festgestellt, dass wir häufig die großen Visionen und Ziele nicht erreichen, wenn wir nicht die kleinen Dinge richtig machen. Immer wieder treffe ich Menschen, die behaupten, was Sie kurz-, mittel- und langfristig erreichen wollen. Trifft man Sie ein paar Jahre später, haben Sie wenig von Ihrer Begeisterungsfähigkeit eingebüßt, haben meist noch größere Pläne und Ziele. Haben Sie die vorher avisierten Ziele schon erreicht? Und wenn nicht, warum nicht?


Meine Erfahrung ist, dass diejenigen weiter in Ihrer Zielerreichung sind, die sich nicht davor scheuen, auch die „kleinen Dinge“ sorgfältig und vollständig zu Ende zu bringen.

Beispiel: Ein Umsatzziel für ein Jahr erreiche ich nicht durch vollmundige Ankündigungen, sondern in dem ich den ersten Schritt vollziehe und dazugehörige Maßnahmen konsequent umsetze. Dazu gehört zum Beispiel viel Arbeit, die nicht unbedingt viel Freude bereitet: Kaltakquise, Vor- und Nachbereitung von Angeboten, aber auch und vor Allem die CRM-Pflege. Den meisten Vertrieblern sind diese Aufgaben zuwider.

Wer sein Bett morgens nicht richtig macht, wird es nie zu etwas bringen

Navy-Seal-Admiral William H. McRaven hat in einer beeindruckenden Rede festgehalten, warum es so wichtig ist, jeden Morgen sein Bett zu machen:

    • „Ihr werdet die erste Aufgabe des Tages erledigt haben“, erklärt der Admiral. „Ihr werdet ein bisschen Stolz verspüren und das wird euch dazu ermutigen, eine weitere Aufgabe anzugehen, und eine weitere, und eine weitere.“- Aus der Erledigung einer kleinen Aufgabe resultiert also das Erreichen etwas Großen.
    • „Wenn ich eine Sache im Laufe meiner Weltreise gelernt habe, dann ist das die Macht eines einzelnen Menschen“, erklärt er. „Eine Person kann die Welt verändern, indem sie anderen Menschen Hoffnung gibt.“

Was ich selber aus meiner Fitness Challenge gelernt habe

Ich kann die Worte des Navy-Seal-Admirals nur unterstreichen. Ich habe mir in meiner Fitness Challenge das Ziel gesetzt, abzunehmen und eine bestimmte Distanz in einer bestimmten Zeit (7,5 km in < 35 Minuten) zu laufen. Das Abnehmen ist eine reine Disziplinfrage. Ernährungsumstellung und etwas weniger als vorher, bewusstes Essen- soweit kein Problem- war ich doch mit 85 kg bei 1.74 Körpergröße ordentlich übergewichtig und das Ziel, selbst bei einem Muskelaufbau, relativ einfach zu erreichen.

Im Fitnessbereich war das etwas anders. Ich bin schon vorher viel Laufen gegangen und habe Sport gemacht. 7.5 km in 35 Minuten sollte ich auch nach meinen Trainingsergebnissen locker schaffen. Allerdings: Ich hatte bereits leichte Wadenprobleme und andere „Wehwehchen“, weil ich zu spät mit einem zur Zielerreichung notwendigen Intervalltraining zu spät begonnen hatte. Viel schlimmer war aber: Am entsprechenden Tag waren es abends um 19 Uhr noch 36 Grad. Schlechte Bedingungen- allerdings mein Problem.

Also ich nun losgelaufen bin, hatte ich glücklicherweise zwei „Kaninchen“ dabei, die stark voran gelaufen sind und mich abwechselnd „gezogen“ haben. Ich wusste, dass ich in dem „Stadion“ knapp 20 Runden laufen musste. Nach 4 Runden war ich mir sicher, dass es nicht machbar ist, hatte ich doch Seitenstiche, Schmerzen in der Wade und habe aufgrund der drückenden Hitze keine Luft bekommen. Ich habe mir also gesagt, „lauf noch 3 Runden“ und dann schau mal, wie es aussieht. Das zu erreichende Ziel liegt am Anfang in so weiter Ferne, dass es wenig motivierend ist komplett ans Ende zu denken. Ich habe also zwei mentale Tricks entwickelt:

  • Voller Fokus auf die nächste Runde nach dem Motto „Eine Runde schaffe ich auf jeden Fall noch- geht immer“, das ist ein ganz kleiner Schritt.
  • Siegesgewissheit: Die Vorstellung, wie man sich fühlt, wenn das Ziel erreicht ist, die Vorstellung an Wasser, an eine Wiese, eine Dusche, ein mentales Bild des Olymps, das sind motivierende Geisteshaltungen eines Gewinners.

Mehr dazu auch im Buch „Digitaler Suizid“.

Ich sagte mir in der 12 Runde, in der ich aufgeben wollte und schon fast stehen blieb, immer wieder diese beiden Dinge. Negative Gedanken verschwanden nach und nach. Meine innere Stimme sagte mir mit einem Mal: Der Zenit des Leidens ist überschritten. Die Blöße jetzt zu versagen, gebe ich mir nicht. Da geht was. Wie geil, wie ich das schaffe. Und last but not least: Die Kohle kriegt die Linke nicht. Ich hätte nämlich bei Nichterreichung 1000 Euro an die Linke zahlen müssen 😊

Die großen Ziele sind also nur erreichbar, wenn man die kleinen Dinge richtig macht:

  • Hausaufgaben und eine professionelle Vorbereitung
  • Anwendung mentaler Tricks und positiver Bilder im Kopf
  • Auch wenn man denkt, es geht nicht mehr, weiter machen.
  • Optional: die monetäre und Feindbild- Incentivierung

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Von | 2018-10-26T08:54:01+02:00 17. August 2018|Alle Beiträge, Persönlichkeitsentwicklung, Unternehmertum|

Über den Autor:

Dr. Hubertus Porschen ist Geschäftsführer der App-Arena GmbH. Er war zudem Vorsitzender des Verbandes der Jungen Unternehmer (Die Familienunternehmer). Des Weiteren doziert er auf Konferenzen und Tagungen zu Themen rund ums Social Web, Digitalisierung und Innovationsthemen.

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