Meine 1000 € Spende für die Partei „Die Linke“

Ich liebe den Wettbewerb. Ich brauche den Wettbewerb um mich zu motivieren. Immer wenn ich nicht weiterkomme, mache ich Wetten mit mir selber. Mit dem inneren Schweinehund. Das ist der härteste Kampf.

Nun habe ich auf einem Seminar einen sehr wirkungsvollen Trick kennen gelernt. Wenn du ein Ziel unbedingt erreichen möchtest, dann musst du dich selber sanktionieren. Und zwar mit etwas, was wirklich „weh“ tut. Das heisst eben nicht, dass man einen Betrag für einen sozialen Zweck spendet (Das sollte man sowieso ab und an machen). Das bedeutet, dass man für etwas spendet, was man gar nicht mag, was man unbedingt vermeiden möchte. Es gibt so einige Dinge für die ich ungern spenden würde. Ganz vorne mit dabei ist die Partei die Linke.

Eines Tages bei Morgenlauf…die Spendenidee

So laufe ich am 27. Mai meine Laufrunde, die 7.5 km geht. Ich bin richtig gut drauf. Habe fest vor abzunehmen und laufe richtig, richtig schnell. Denke ich zumindest. Und dann schaue ich komplett fertig auf mein Handy und meine Laufapp und stelle fest….Geht gar nicht! 43 Minuten für 7.5 km und das obwohl ich quasi am Limit bin. Zwar laufe ich jeden Tag meine 14000 Schritte und lebe auch halbwegs gesund, aber irgendwie kanns das nicht sein.

85 Kilo Körpergewicht, einen hohen Fettanteil, schlechte Laufzeit. Woran liegts? Ursachenforschung: Ich treibe Sport, aber unkoordiniert. Ich habe am 1. Mai aufgehört zu rauchen und esse seitdem noch mehr. Ich esse extrem viel und extrem ungesund. Vor allem Süssigkeiten sind eine Sucht. Das muss sich ändern. Doch wie motivieren?

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Schuld ist nur die Mülltonne…

Ich bin sauer auf mich selber. Mit einem unfitten Körper fehlt die Präsenz, es fehlt die Form, es fehlt die Performance. Es fehlt der Drive.

Nur wenn ich körperlich fit bin, kann ich auch geistig zu Höchstleistungen kommen. Ich muss konsequenter werden.

Trete gegen eine Mülltonne. Sie ist schuld. Nicht ich. Ach Bullshit. Ich brauche Motivation. 1000 € an die Linke, wenn ich es nicht bis zum 1. August 2018 schaffe (das sind 2 Monate), 7.5 km in unter 35 Minuten zu laufen. Zudem muss ich unter 80 Kilo kommen. Sonst Spende. Ohne Ausreden. Verletze ich mich, habe ich Pech. Entschuldigungen zählen nicht.

Wie sehen die Maßnahmen aus? Ich präferiere das Pareto Prinzip. Bedeutet, dass ich mit 20 % des Aufwandes 80 % des Ergebnisses erzielen möchte.

  1. Ernährung umstellen: Weniger Zucker. Essen tracken. Mehr Gemüse. Kein Alkohol. Nur Wasser als Getränk.
  2. Training: Viel und möglichst schnell laufen. Intervalltraining. Und crossfit nach der HIT Methode.
  3. Druck durch öffentliche Dokumentation: Jemand filmt. Ich mache das alles öffentlich. Entweder ich schaffe es oder nicht.

So einfach geht das.

In den nächsten Tagen werde ich aus meiner persönlichen Challenge einen kleinen Film machen und in 7 Teilen per Video dokumentieren.

It´s all about Storytelling

Nach der Idee, kommt die Story. Die Story ist entscheidend für das, was danach kommt. Also Kanäle, Content usw. (siehe auch Kundengewinnung und Kundenbindung).

Meine Story ist ein kleiner Film, der meinen Weg zum Ziel dokumentiert. Die Story ist in einer halben Stunde da:

  • Die Idee (1/7): Wie komme ich auf die Idee und warum?
  • Das Gespräch (2/7): Ich muss mit einem Experten sprechen!
  • Der Tod (3/7): Ich sterbe!
  • Das Laufen (4/7): Auf geht´s- Volldampf!
  • Die Auferstehung (5/7): Nach dem Tod kommt, wie es sich für einen Heldengeschichte gehört, die Auferstehung.
  • Der Aufstieg (6/7): Wenn man ganz unten ist, kann es nur noch bergauf gehen.
  • Das Finale (7/7): Jetzt gilt´s.

Natürlich muss es zum Ende noch einen Zusammenschnitt von allen Filmen geben: DEN Film. Ein „Best of“ sozusagen.

Hier übrigens das zweite Video:

Ich lasse mir von einem Personal Coach, von Anna-Maria Beekes, erläutern, was zu machen ist.

Dann gehts ran an den Speck- ich sammle Kilometer (das Laufen). Erste Effekte im Social-Media Attention-Bereich stellen sich hier übrigens schon längst ein. Leute rufen mir auf meiner Morgen-Laufrunde zu „Gib Gas“ oder „Weiter so“, andere schreiben mir über Facebook, dass Sie mich beim Laufen sehen. In München treffe ich bei Freunden Leute, die ich noch nie gesehen habe, die sagen „Du bist doch der mit der Fitness Challenge“- das Ding fängt an zu laufen.

Auch die Message kommt anscheinend rüber: „Krass, wie konsequent du bist“. Gut so- motiviert mich, wenngleich der Druck nicht niedriger wird, versemmle ich doch in München meine Generalprobe- muss bei 32 Grad nach 5 km aufhören. Niemand zieht mich. Alleine laufen ist dann doch schwierig.

Fitnessmäßig komme ich übrigens nur begrenzt mit. Die drei einheiten pro Woche schaffe ich nicht. Dafür muss ich zuviel Zeit ins Laufen investieren. Schliesslich habe ich mir vorgenommen, eine Transformation herbeizuführen, aber vorrangig erstmal die gesteckten Ziele zu erreichen.

Ernährung ist nicht komplett umgestellt, aber ich achte auf meinen Essenskonsum (Tracking via App myfitnesspal bis heute- kann ich uneingeschränkt empfehlen). Die größte Sucht ist Zucker (Alleine damit aufzuhören, zuckerhaltige Getränke zu trinken, ist ein riesen Fortschritt). Davon bin ich bis heute abhängiger als von Alkohol und Nikotin. Im Thema Ernährung liegt ein großer Hebel, den ich bisher nur zum Teil bedient habe. Aber auch wenn ich mich nicht regelmäßig wiege und zum Teil Muskelmasse aufbaue, weiss ich doch, dass ich abnehme. Mein Schwabbelbauch ist zwar noch nicht zum Sixpack mutiert, aber es läuft.

Das Finale

Das Finale ist für mich hauptsächlich der Lauf. Problem: Kurzfristig ist es in Deutschland so heiss wie lange nicht. Lirumlarum. Ich muss los. Also treffe ich mich am 27.7.2018 (so habe ich notfalls noch einen zweiten Versuch, falls ich versage) mit meinen Kumpels Phil und Andi, die mich auch sonst stark unterstützt haben, zum Lauf im Unistadion. Neben einer dreiköpfigen Fangemeinde, gibt es vor allem zwei Dinge: Staub und Hitze. Whatever. Das muss heute durchgezogen werden.

Ich hole mir Selbstbewusstsein durch den Gang auf die Waage vorab. Unter 78 Kilo. Das ist super, wiege ich mich doch seit 2 Wochen erstmals und dann noch am Nachmittag.

Der Lauf selber ist der Horror. Ich bin ws. selten so an meine Grenzen gegangen. Obwohl ich gut trainiert, vorbereitet bin, habe ich zum ersten mal nach drei Kilometern das Gefühl, das nicht zu packen. Nach vier Kilometern bin ich mir sicher: Das Ding geht nach hinten los. Ich will aufgeben. Die beiden Jungs lassen das nicht zu. Mein Stolz auch nicht. Ich wende einen Trick an: Ich werde nicht zu Ende laufen- aber eine Runde noch. Eine Runde Staub, eine Runde Dreck und auch eine Runde Demütigung.

Irgendwie schleppe ich mich unter Anfeuerungsschreien durch. Wahnsinn. Das Ding ist durch. Geschafft! Yeah. Alles geht! Ich liebe den Wettbewerb. Das Leben. Alles. Auch wenn der nächste morgen schlimme körperliche Schmerzen mit sich bringt und die quälende Frage:
Was ist die nächste Challenge??? Ideen???

Von | 2018-08-02T08:21:40+02:00 17. Juli 2018|Alle Beiträge, Persönlichkeitsentwicklung|

Über den Autor:

Dr. Hubertus Porschen ist Geschäftsführer der App-Arena GmbH. Er war zudem Vorsitzender des Verbandes der Jungen Unternehmer (Die Familienunternehmer). Des Weiteren doziert er auf Konferenzen und Tagungen zu Themen rund ums Social Web, Digitalisierung und Innovationsthemen.

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