Statt Brexit: #EUpgrade

Als wir zum Ende des Jahres im Bundesvorstand der Jungen Unternehmer diskutiert haben, was die prägendsten Themen in 2016 sein werden und wo wir eine große Verantwortung drin sehen, sind wir unweigerlich auf das Thema Europa gekommen. Als Teil einer Kampagne, die für Reformen im bisherigen Europa wirbt, haben wir beschlossen, ein Buch (Johanna Strunz und Hubertus Porschen sind als Herausgeber stellvertretend für den gesamten Verband) herauszugeben mit dem Titel „Statt Brexit: #EUprade“. Bei Interesse an einer PDF-Version des Buches schreiben Sie bitte  eine Mail an management@hubertusporschen.com!

 Brexit: Wirtschaftlicher Schaden für Europa

Das Ausmaß des wirtschaftlichen Schadens bei einem Brexit ist vielen noch nicht bewusst.

  • Das Bruttoinlandsprodukt der Europäischen Union würde ohne das Vereinigte Königreich von 14.625 Mrd Euro auf 12.056 Millarden Euro zusammenschrumpfen. Die EU würde ihre zweitstärkste Wirtschaftskraft und Deutschland einen starken Verbündeten (immerhin den drittgrößten Nettozahler) in der EU für eine wettbewerbsorientierte Politik verlieren.
  • Deutschland wäre zunehmend isoliert, weil es in einer verkleinerten EU ökonomisch ein statistischer Ausreißer nach oben wäre. Ein Szenario, dass Deutschland aus der EU austritt, darf nicht ausgeschlossen werden.
  • Umfrage in dem Unternehmens- und Wirtschaftsverband DIE FAMILIENUNTERNEHMER und DIE JUNGEN UNTERNEHMER haben 35 Prozent der Mitglieder unternehmerische Beziehungen mit Großbritannien angegeben. Von diesem Drittel gaben 41 Prozent an, dass ein Brexit sich schlecht auf die Geschäftstätigkeit auswirken wird.

Die EU läuft auch ohne Brexit nur noch im Krisenmodus

Unabhängig davon, wie das Referendum in Großbrittanien ausgeht. Die EU läuft jetzt schon nur im absoluten Krisenmodus. Indizien hierfür sind:

  • Migration, militärische Auseinandersetzungen in unmittelbarer EU-Nachbarschaft, eine demographisch überalternde Bevölkerung sowie eine nach wie vor ungelöste Euro-Währungskrise – eine gemeinsame Politik der Mitgliedsstaaten ist gescheitert, die EU insgesamt gelähmt
  • Angestoßen durch David Cameron und das EU-Referendum im Vereinigten Königreich ist es mehr denn je an der Zeit, Europas Zustand zu überprüfen.
  • DIE JUNGEN UNTERNEHMER sind der Überzeugung, dass der bisherige „one-size-fits-all-Ansatz“ der europäischen Integration am Ende ist. Die tief verwurzelten Unterschiede in der EU sind nicht mit einer stärkeren Harmonisierung und Zentralisierung zu lösen.

Stattdessen brauchen wir wirkungsvolle EU-Reformen, ein #EUpgrade!


Wichtig ist ein #EUprade, welches folgende zentrale Elemente enhält:

  • Neustart mit einem Europa der Clubs, der unterschiedlichen Geschwindigkeiten, die ein Vo-ranschreiten einzelner Staatengruppen in der EU möglich machen. Der Schengen-Raum und die Eurozone sind so entstanden. Unter klaren Regeln tun sich die Staaten in Politikfeldern zusam-men, die ein Interesse daran haben. Austritte und Verweise aus den Clubs sind dabei möglich.
  • Demokratische Brücke zu den Bürgern bauen: Nationale Parlamente mit dem Europäischen Par-lament verzahnen, z.B. Teilnahme der nationalen Ausschussvorsitzenden an wichtigen Sitzungen der EU-Spiegelausschüsse. Bessere Vetomöglichkeiten bieten. Digitalisierungspotential nutzen.
  • Eigenverantwortung der Mitgliedstaaten stärken, insbesondere für ihre jeweiligen Schulden. Einfache Regeln formulieren und diese auch einhalten. Keine Angst vor dem informierten Bürger: Komplexe Themen erklären und über die Medien von heute verbreiten.

Die Brexit-Diskussion ist nicht das Ende Europas sondern vielmehr den Startschuss für ein umfassendes #EUpgrade. Und dieses #EUpgrade sollte vor allem von den jungen Menschen lautstark eingefordert werden. Europas junge Generation muss hier am Ball bleiben und die Staats- und Regierungschefs weiter zu Reformen antreiben, um eine Erosion der EU zu verhindern. Weitere Artikel zur Brexit Diskussion finden sich hier:

Die möglichen Szenarien eines Brexits

Brexit Debatte als Anlass für ein EUpgrade?

Bei Interesse an einer PDF-Version des Buches schreiben Sie bitte  eine Mail an h.porschen@app-arena.com!

Von | 2018-05-31T17:34:03+02:00 5. Juni 2016|Alle Beiträge, Politik und Wirtschaft|

Über den Autor:

Dr. Hubertus Porschen ist Geschäftsführer der App-Arena GmbH. Er war zudem Vorsitzender des Verbandes der Jungen Unternehmer (Die Familienunternehmer). Des Weiteren doziert er auf Konferenzen und Tagungen zu Themen rund ums Social Web, Digitalisierung und Innovationsthemen.

Ein Kommentar

  1. […] eingesetzt. Wir haben dazu nicht nur konkrete Handlungsempfehlungen in Form des Buches „Statt Brexit: EUpgrade“ ausgearbeitet, sondern auch eine Konferenz mit den Köpfen der Jugend-Parteien organisiert. Wir […]

Hinterlassen Sie einen Kommentar