Was ich von meiner Schwiegermutter gelernt habe

Oder: GENIAL. Übertreiben ist gut. Eines der stärksten Tools, die ich kenne!

Irgendwie habe ich mir gerade in den letzten zwei Jahren eine Sache extrem angewöhnt: Ein positives Mindset. Als Unternehmer (gilt sicherlich auch für Manager), als Jemand, der mit einem ständigen Risiko ausgesetzt ist, einer ständigen Unsicherheit, ist man häufig fahrig, gereizt, gestresst und auch ein wenig negativ.

Zu sich, zu seinen Mitmenschen. Und wie unangenehm ist das, wenn man mit einer Person spricht, die immer nur sagt „Geht so“, „ganz ok“, „in Ordnung“. Das versetzt einen selber auch in einen negativen „Modus“.

Ich glaube: Positivität kann man lernen. Und ein Tool hierzu ist die gezielte „Übertreibung“. Das heisst nicht nur, aus kleinen Erfolgen große zu machen sondern bedeutet auch ein Stück weit „Selbstüberzeugung“.

Die letzten 2 Tage

Gestern habe ich einen Vortrag in einem Familienunternehmen im tiefsten Franken gehalten. Unternehmensinhaber und -nachfolgerin saßen durchgehend im Publikum und haben mitgeschrieben, sich interessiert beteiligt und mit den Mitarbeitern diskutiert.

Wie finde ich das? Nicht gut. Nicht interessant. Nein! Das ist extrem bewundernswert und inspirierend. Die Power, die Verantwortung, der Drive, sich der Veränderung zu stellen. Veränderung ist schwierig und geht nur über Schmerz oder Leidenschaft. Hier ist es die Leidenschaft am Unternehmertum, die antreibt zur Veränderung. Spitze! Und ich darf mit diesen Leuten arbeiten. Übrigens: Leadership macht sich bemerkbar in den kleinen Dinge: Wenn der Inhaber mit dem Pförtner plaudert und sich Zeit nimmt und zuhört. Wenn der Pförtner begeistert vom Unternehmen spricht, dann ist das schon mal eine gute Voraussetzung. In vielen Unternehmen stelle ich schon am Eingang fest, was alles im Argen liegt.

Das hat mich unheimlich motiviert. Denn das ist nicht immer so!

Manchmal ist ein Umweg gut

Heute weiter nach Zuerich. Am Flughafen bin ich etwas desorientiert. Ich nehme falschen Gleis und fange an mich zu ärgern. Da tipt mich jemand an, der auch in der Nähe von Köln aufgewachsen ist, mich über Social-Media kennt und mein Buch (#DigitalerSuizid) gelesen hat und mir ein Kompliment für meine Arbeit macht. Ganz ehrlich: Wie extrem gut (und das mal vorsichtig ausgedrückt) kann man sich da fühlen. Ich finde das ziemlich ziemlich gut und freue mich ungemein. Gute Laune weil ich den Bahnsteig nicht gefunden habe.

Weiter geht’s mit der S-Bahn. Am Zielbahnhof angekommen, finde ich kein Taxi und merke wieder wie ich beginne, negative Gefühle zu entwickeln. Dann sehe ich den Zuerichsee zur linken und merke, dass es nur 3 km bis zum Hotel sind. 3 km bei Sonnenuntergang am Zuerichsee. Eigentlich Urlaub. Spotify an und ab geht’s. Der „Umweg“ lohnt sich.

Geniales Unternehmer-Tool

Manchmal macht auch ein Umweg Sinn!

Und dann gehts weiter. Ich muss zwei mal stoppen, die Aussicht geniessen und Notizen machen, weil ich – ACHTUNG- unglaubliche Ideen habe! Unglaublich gute Ideen, die ich sofort notieren muss. Laune steigt. Eine positive Kaskade.

Wenn ich mir so die letzten zwei Tage so anschaue, bin ich also von tiefer Dankbarkeit erfüllt.

Genial! Und das ist das, was ich von meiner Schwiegermutter gelernt habe: Ereignisse, die auf den ersten Blick durchschnittlich erscheinen oder eben „ganz ok“ sind bei Ihr eben GENIAL. Und Genial ist eine Lebenseinstellung. Genial ist so was wie ein Zauberwort, das die Laune verbessert, das in einen positiven Modus bringt. Zu realisieren, was GUT ist, ist extrem wichtig.

Meine Erfahrung: Je mehr wir uns auf Positives, auf GENIALES fokussieren, desto mehr GENIALES werden wir auch erleben.

Und: wir können an (fast) Allem etwas Positives finden. Auch wenn das Schneetreiben so groß ist, die Sonne weg, der Schnee matschig. Dann ist zumindest die Luft frisch! Genial!

Ich kenne diese Eigenschaft übrigens nicht nur von meiner Schwiegermutter, sondern von vielen erfolgreichen Unternehmern. Ich glaube, diese Eigenschaft ist auch ein Stück weit dem Überlebensinstinkt geschuldet. Wenn man Sie trainiert, ist sie ein geniales Tool.

So empfehle ich Jedem sein eigenes „Genial“ zu finden. Es können auch mehrere Wörter sein. Vielleicht ist das Anfangs noch etwas gekünzelt. Aber in Kombination mit einem Lächeln, ist das bald ganz natürlich.

By the way: WLAN ist nun kaputt. Artikel geht also erst morgen online. Umso besser: Kann ich endlich mein Buch lesen:-)

Da darf man manchmal auch ein wenig übertreiben 😊

Von | 2019-02-16T10:23:35+01:00 30. Januar 2019|Alle Beiträge, Persönlichkeitsentwicklung|

Über den Autor:

Dr. Hubertus Porschen ist Geschäftsführer der App-Arena GmbH. Er war zudem Vorsitzender des Verbandes der Jungen Unternehmer (Die Familienunternehmer). Des Weiteren doziert er auf Konferenzen und Tagungen zu Themen rund ums Social Web, Digitalisierung und Innovationsthemen.

2 Kommentare

  1. Frank Sczepurek 1. Februar 2019 um 16:54 Uhr - Antworten

    Ein sehr erfrischender Beitrag, bei dem ich auch direkt positiv aufgeladen worden bin. Diese Denkweise ist wirklich schön. Gefällt mir und bringt auch weiter. Viele Grüße Frank

    • Dr. Hubertus Porschen 1. Februar 2019 um 17:51 Uhr - Antworten

      Hallo Frank, das freut mich sehr. Hab selten soviel positives Feedback für einen Beitrag bekommen wie hier…

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