Bekannt geworden ist der Autor durch seine Abrechnung mit der Musikindustrie „Kill your friends“. Diesmal rechnet er mitverschiedenen Ausprägungen des christlichen Glaubens ab. Aber auch mit der amerikanischen und westlichen Gesellschaft. „Gott bewahre“ ist eine bitterböse, größtenteils komische Satire- eine Abrechnung mit einer Gesellschaft die in sich selbst versinkt.
Gott bewahre: Roman

Einmal angeln und dann das

Im Himmel geht´s ab. Während der liebe Gott eine Woche (Zeitrechnung des Himmels) angeln war, ist die Welt seit der Renaissance vollkommen aus den Fugen geraten. Sein Sohn Jesus hat seinen Stellvertreterposten wenig ernst genommen und lieber kiffend mit Jimi Hendrix an der Gitarre rumgespielt. Nach einem kleinen Dinner mit dem Satan, dessen Geschäfte übrigens fantastisch laufen, entschliesst sich Gott zu einem radikalen Schritt: Sein Sohn Jesus muss zurück auf die Erde. Und hier beginnt die Story: JC wird auf die Erde entsandt. Um wirklich etwas bewirken zu können, entschliesst er sich bei der Castingshow American Popstar teilzunehmen. Denn so kann er seine zentrale Botschaft am massenwirksamsten verbreiten: Seid lieb.

Gute Freunde kann niemand trennen

Begleitet wird er von einer seltsamen Crew: Verrückt gewordene Veteranen, drogenabhängige Prostituierte, verlassene Kinder und Möchtegern-Indie-Rockstars. Mit einem Wort: Die fleischgewordene Sünde (n). Und das ist es eben nicht, was Jesus predigt.

Im Clinch mit den Hasspredigern

Die Hassprediger sind JC der größte Dorn im Auge. Allein die Aufzählung der verschiedenen christlichen Absplitterungen im Himmel nimmt gefühlte 10 Seiten in Anspruch. Da versteht selbst Gott die Welt nicht mehr. Und warum? Moses ist schuld. Gott sagt: „Verfickter Moses. Was für ein arroganter Flachwichser bringt es fertig, ein Gebot, dass ihm gegeben wurde, in die Tonne zu klopfen und dann mit zehn neuen aufzutauchen“. Am Lustigsten wird es im Himmel, wenn Gott von den Kreationisten hört.

Die gesamte Riege der Hassprediger- in diesem Falle in den USA- geht JC jedenfalls mächtig auf die nerven. Auf Ihnen reitet er rum. Und das zurecht. Ist uns Europäern manchmal der Einfluss der Tea-Party in den USA bewusst? In Zeiten, in denen Donald Trump aussichtsreicher Bewerber auf den Präsidentschaftsposten ist, sollten wir allerdings darüber nachdenken.
Gott bewahre: Roman

Spiegelbildlich wird dem Leser der moralische Verfall der Vereinigten Staaten bewusst gemacht. Alles und jeder beruft sich darauf, ein guter Christ zu sein und anständig in die Kirche zu gehen. Das rechtfertigt dann alles andere. Auch unser Medienkonsum wird stark auf die Schippe genommen. Obwohl es sich bei den Beschreibungen aus der Castingshow American Popstar weniger um Satire sondern vielmehr um eine Gegenwartsbeschreibung handelt.

Fazit: Ganz lustig

Jesus zeigt uns, was es heisst ein guter Mensch zu sein und nicht ein guter Gläubiger. Denn darauf kommt es nicht an. Religion und Moral- das sind zwei komplett unterschiedliche Schuhe. Manchmal vergessen wir das. Die Message und auch die extrem oberflächliche Beschreibung der Charaktere in dem Buch, führt allerdings nicht dazu, dass ich das Buch uneingeschränkt empfehle. Es ist alles ganz ok und geht seinen Gang.

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