Dr. Hubertus Porschen

| Keynote-Speaker | Gründer & Unternehmer

| Experte Digitalisierung, Social-Media & Unternehmertum

| Juror beim "Digital Champions Award" der Wirtschaftswoche

| ehem. Bundesvorsitzender des Verbands "Die Jungen Unternehmer"

In jedem steckt ein Unternehmer – Interview mit Jan Hofer

Dr. Hubertus Porschen: Hallo Jan, schön, dass du heute hier bist und dir die Zeit nimmst. Erzähl doch mal ganz kurz wer du bist.

Jan Hofer: Mein Name ist Jan Hofer, ich bin Chefsprecher der Tagesschau und Journalist.

Wir haben uns vor ein paar Jahren auf mehreren Veranstaltungen kennengelernt. Woher nimmst du diese Neugier am Leben, an Dingen, die ich bei dir immer wieder festgestellt habe?

Jan Hofer: Das weiß ich nicht, ich war glaube ich schon immer so. Das ist mir aber auch nicht in die Wiege gelegt worden. Mein Vater war Handwerker, meine Mutter war Hausfrau, die haben ein einfaches Leben geführt. Aber keins, was besonders innovativ gewesen wär, würde ich mal behaupten. Meine Brüder haben das nur in einem sehr marginalen Rahmen ausgeprägt. Bei mir war das schon immer so und ich habe immer das Gefühl gehabt, wenn man nach vorne schaut und nicht nach hinten, dann bringt das sehr viel mehr. Als wenn man einfach stehen bleibt und immer nur alles auf sich zukommen lässt. Also ein bisschen gestalten wollte ich schon in meinem Leben. 

Hast du ein Vorbild oder einen Mentor gehabt? Findest du nur gewisse Menschen interessant oder alles in deinem Leben? 

Jan Hofer: Ich suche mir diese glaube ich, nach Gemütslage aus. Es gibt immer Menschen, die ich toll finde und ich versuche dann auch immer das beste daraus zu machen. Ich hatte z.B. als ich zur Tagesschau kam einen Chef, der war eine ganz merkwürdige Mischung, die ich so zuvor noch nie erlebt hatte. Der war von einer barocken Lebensfreude, er konnte feiern, er konnte gut essen gehen. Das war tatsächlich auch eine seiner Lebensinhalte und das hat sich in seiner Leibesfülle durchaus bemerkbar gemacht. Aber im Beruf war der von einer preußischen Pedanterie, die man sich kaum vorstellen konnte. Der hat den Löffel fallen lassen, bei Arbeitsschluss und war ein vollkommen anderen Mensch, was mich wirklich sehr begeistert hat, denn das können nur ganz wenige. Man muss versuchen, aus seiner Haut auch mal raus zu gehen. Und es war ja nicht so, dass er dann ein Mensch war, der keine Prinzipien hatte, sondern ganz im Gegenteil. Die hatte er schon, aber er war in der Lage, das Leben zu genießen. Und nicht, ich mag das jetzt vielleicht nicht richtig sagen, aber im beamtischen Sinne, an seinen Prinzipien festzuhalten.

Offen gegenüber Neuem sein, sich für Menschen zu interessieren. Das habe ich bei dir so wahrgenommen, dieses unglaubliche Interesse innerhalb von ganz kurzer Zeit auf jemanden zuzugehen und diesen Menschen dann auch zu erreichen. Das ist schon eine Fähigkeit, wo ich mir schwer vorstellen kann, dass sie sich einfach so entwickelt hat. Da arbeitet man doch dran, oder?

Jan Hofer: Ja, lebenslanges Lernen ist etwas, dass man nicht mit schulischen oder äußeren Mitteln tut, sondern es betrifft ja einen auch selber. Ich habe z.B. gelernt, dass es wichtig ist, sich von Dingen zu trennen. Das bedeutet auch von Leuten. Sich von Leuten zu trennen, die einen behindern. Also wenn ich z.B. feststelle, dass jemand in ein Denkschema verfällt, das mir nicht gefällt, dann – so leid es mir auch tut – ist das nicht mehr meine Welt. Das ist vielleicht eine Frage des älterwerdens, das möchte ich nicht mal bestreiten. Man merkt da nämlich plötzlich, dass die Zeit etwas knapper wird und man möchte sich dann auch nicht mehr mit Dingen belasten, die einen stören. Inzwischen bin ich da rigoros.

Das heißt nicht, dass mich jemand kritisiert, dass finde ich ganz wichtig. Das möchte ich mal klarstellen. Also man muss schon kritikfähig sein. Wenn man Fehler macht, dann braucht man auch jemanden, der das einem sagt. Das ist ganz, ganz wichtig. Aber ich habe z.B. jemanden im Auge, der immer alles negativ sieht. Wenn ich dann sage: “Man könnte das…” und die Person sagt er immer: “Nein, das funktioniert nicht!”, dann möchte ich das dann ehrlich gesagt selbst ausprobieren, ob es funktioniert oder nicht. 

Was heißt Erfolg für dich? 

Jan Hofer: Ich glaube, ein bisschen Selbstzufriedenheit, also sich selbst gut zu fühlen. 

Gibt es gewisse Dinge, für die du dankbar bist? 

Jan Hofer: Ja, ich bin dankbar dafür, dass ich ein Leben leben konnte, was ich mir natürlich selber ausgesucht habe, aber was mir wenig Schwierigkeiten bereitet hat. Ich meine damit, dass ich in meinem Job, also ich rede von meinem Job und nicht von meinem Beruf, schon seit 35 Jahren tätig bin. Das wird glaube ich nicht mehr so vielen Menschen vergönnt sein, in der Zukunft. Über 35 Jahre hinweg etwas zu erleben, was sich entwickelt, verändert, dass immer spannend gewesen ist, bis zum heutigen Tag. Es gibt nicht einen Tag, wo ich sagen könnte, dass mir dieser nicht gefallen hat. 

Cool, hast du zum Abschluss noch irgendein Zitat oder ein Motto, eine Mission oder einen Satz den man so mitgeben kann? Einen, den sich die Leute in die Küche hängen können oder ins Schlafzimmer, übers Bett um sich zu motivieren? 

Jan Hofer: Also da gibt es eigentlich drei. Der erste wichtigste Satz für mich ist: „Aus allem negativen entsteht etwas positives. Und wenn man sich mal so ein bisschen zurück erinnert, wann mal etwas schlimmes passiert ist im Leben oder was man als schlimm empfunden hat und ich habe gerade im Augenblick wieder ein gutes Beispiel aus meinem engeren Familienkreis. Da jemand gedacht hat, die Welt geht jetzt unter und dann feststellen musste, ganz im Gegenteil, es gab einen vollkommen neuen Horizont, es gab vollkommen neue Gedanken und es ist alles ganz toll geworden. Also aus allem negativen entsteht etwas positives, finde ich. Dann der zweite Satz  „Nutze den Tag„, „Carpe diem und dann gibt es noch etwas, dass gerade hier in Hamburg besonders bekannt ist. Auf der Reeperbahn gab es ein großes Lokal, da stand das immer: „Un fou, qui mal y pense“ – „Ein Narr, der Böses (dabei) denkt„, das ist mein dritter Satz.

Ja, schöner Abschluss, vielen Dank, Jan! Also ich finde, da steckt eine ganze Menge dabei drin und ich hoffe, dass für alle die das hören oder sehen ein bisschen von deiner Lebensfreude und deiner Neugier, deiner Positivität und nach vorne schauen, nur im seltensten Fall zurück schauen und wenn dann um Zusammenhänge in der Zukunft zu auch verstehen, in der Welt mitnehmen können. Ich danke dir und ich hoffe, wir sehen uns noch häufiger zum guten Austausch. Ich habe auf jeden Fall eine Menge gelernt, Dankeschön!

Jan Hofer: Gerne, danke, Hubertus!

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Von |2020-04-09T14:19:43+02:002. April 2020|Alle Beiträge|

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Ein Kommentar

  1. Kalr Petry 2. April 2020 um 14:50 Uhr - Antworten

    Das Interview erinnerte mich daran, daß ich ohne Fernseher dank dummer Politiker
    allmonatlich Gebühren zahlen muß und diese wieder erhöht werden. Insoweit fühle
    ich mich durch alle Fernsehleute in meinen Freiheiten eingeschränkt.

    Ach, waren das noch Zeiten, als man selbst bestimmen konnte, ob man Fernsehen
    haben und bezahlen wollte.

    Lang ist es her !!!!!

    Lasst doch mal einen Volksentscheid über die Pflichtgebühren zu !!!!

    Das wird zu meinen Lebzeiten nicht mehr geschehen – leider.

    So zahle ich Monat für Monat ohne jede Gegenleistung weiter für Leute, die
    sich keinem Wettbewerb stellen müssen.

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