Dr. Hubertus Porschen

| Keynote-Speaker | Gründer & Unternehmer

| Experte Digitalisierung, Social-Media & Unternehmertum

| Juror beim "Digital Champions Award" der Wirtschaftswoche

| ehem. Bundesvorsitzender des Verbands "Die Jungen Unternehmer"

Fragen und Antworten zur künstlichen Intelligenz

Die künstliche Intelligenz ist nicht nur eine der größten Buzzwords unserer Zeit, sie bringt auch viele Fragen und Antworten mit sich, die wir im folgenden Artikel „Fragen und Antworten zur künstlichen Intelligenz“ beantworten. Siehe hier auch mein Vortrag und meine Keynote künstliche Intelligenz.

Über die Gefahren der künstlichen Intelligenz lässt sich trefflich streiten. Durch die Fähigkeit, bestimmte Muster eigenständig zu erkennen und daraus auch Schlüsse zu ziehen (zumindest beim Deep Learning als Teilbereich), entsteht der Eindruck, dass Maschinen irgendwann unser Denken bestimmen. Basis der Befürchtungen ist, dass die Singularität nach dem Mooreschen Gesetz bereits 2029 oder 2045 eintreten könnte. Das ist der Zeitpunkt, an dem die maschinelle Intelligenz die menschliche Intelligenz übertreffen könnte. Die Rationalität der Maschine würde spätestens dann dazu führen, dass wir Menschen versklavt werden, bei der Art und Weise wie wir mit unserem Planeten umgehen.

Zur Entwicklung einer künstlichen Intelligenz benötigt man Daten, Algorithmen, eine Grundwahrheit, Lernen, Iteration, Wiederholung.

Die Fragen nach der Intelligenz der künstlichen Intelligenz ist nicht leicht zu beantworten. Bisher (Stand 01/2020) lernen KI Systeme hauptsächlich das mehr oder weniger intelligente Verhalten zu imitieren, welches Sie auf Trainingsdaten erhalten. Ki erkennt also Muster. Wenn man nun der Definition von Intelligenz folgt, dass damit die Fähigkeit des Menschen beschrieben wird, abstrakt und vernünftig zu denken und daraus zweckvolles Handeln abzuleiten, dann ist die KI bisher nicht wirklich intelligent.

Im Bereich des Lernens der künstlichen Intelligenz wird viel durcheinander geworfen. So wird teilweise der Eindruck vermittelt, dass Computer wie Menschen denken. Künstliche Intelligenz arbeitet häufig mit Korrelationen. Eine Korrelation beschreibt den Zusammenhang in bereits existierenden Fällen. Regressionen hingegen versuchen anhand der Zusammenhänge den Wert einer Variablen, abhängig von anderen Variablen zu schätzen. Regressionen können so bspw. den Output schätzen. Und genau so lernt künstliche Intelligenz: Mit bereits existierenden Daten und einem Algorithmus. Ein Algorithmus kann zum Beispiel eine lineare Regression sein.  Ein anderer Algorithmus wäre zum Beispiel Random Forest. Der auszuwählende Algorithmus hängt jedenfalls von der Datenmenge, der Datenqualität, der Art der Korrelation (linear, polynomisch) und den technischen Möglichkeiten (z.B. Rechenleistung) ab. In den meisten Fällen ist es also so, dass ein Computer nicht schlauer oder kreativer als ein Mensch denkt, sondern aus einer großen Menge an Falldaten die wahrscheinlich beste Entscheidung treffen kann.

Kurz und knapp: überall.

Die künstliche Intelligenz beeinflusst schon heute unsere Gesellschaft massiv und ist aus ihr nicht mehr wegzudenken. Zunächst einmal ändern sich die Geschäftsmodelle von Unternehmen immer stärker. Unternehmen und Ihre Geschäftsmodelle transformieren immer stärker zu Technologieunternehmen, die mit Daten arbeiten. Ein weiterer wichtiger Faktor ist die Beeinflussung der Arbeitswelt durch künstliche Intelligenz. Schon heute werden immer mehr einfache bzw. repetitive Fähigkeiten von Maschinen übernommen, was dazu führen könnte, dass Arbeit zukünftig weniger und womöglich kreativer wird. Die Herausforderung für den Menschen, sich von Maschinen abzugrenzen wird immer größer. Veränderungsbereitschaft zum Beispiel eine immer wichtigere Fähigkeit für den Menschen. Ein einheitlicher Codex, ein Regelwerk oder ein gemeinsames Wertegefüge wird zur dringlichen Aufgabe für die Weltengemeinschaft. Wie und wie stark und in welcher Form die künstliche Intelligenz unsere Gesellschaft ändert, ist heute noch nicht abzusehen. Fakt ist nur, dass sie die Gesellschaft ändert.

Die Veränderungen für die Arbeitswelt durch künstliche Intelligenz sind gravierend. Die zentrale Herausforderung für Menschen wird es sein, auf aktuelle Entwicklungen der KI flexibel zu reagieren und Fähigkeiten zu lernen, die KI nicht hat oder lernen kann. Viele Jobs, die auf „einfachen“ Tätigkeiten beruhen, werden in Zukunft wegfallen. Andere Jobs werden hinzukommen. In Summe ist es allerdings wahrscheinlich, dass die Menschen weniger arbeiten werden. Für unsere Gesellschaft ist es daher eine zentrale Herausforderung eine Ordnung zu konstruieren, die den Menschen auch ausserhalb des Berufslebens eine Erfüllung ihrer Bedürfnisse ermöglicht.

Künstliche Intelligenz wird inzwischen in allen Lebens- und Arbeitsbereichen eingesetzt. Beispiele sind in der Medizin zu finden (Erkennung von Tumore, Knochenalter, Diagnostik), im Militär (Drohnen, Kampfroboter), Finanzen , Marketing (SEO, Targeting), in der Industrie (predective Maintenance), Verkehr (autonomes Fahren, Smart City) und Sicherheit (Gesichtserkennung).

Grundsätzliches Ziel der künstlichen Intelligenz ist es, Menschen bei Entscheidungen zu unterstützen und ein effektiveres und effizienteres Arbeiten zu ermöglichen. Künstliche Intelligenz ist mit einer Reihe von Vorteilen verbunden. 1. Arbeitskraft: Künstliche Intelligenz hat fast unbegrenzte Ressourcen. Eine Maschine kann 24/7 arbeiten 2. Willenlos: Maschinen haben keinen eigenen Willen. Künstliche Intelligenz ist stets auf Entwicklung angewiesen und hört nur auf Befehle. Maschinen haben keinen eigenen Willen. 3. Sicherheit: Künstliche Intelligenz führt zu mehr Sicherheit, durch die Unterstützung von Entscheidungen basierend auf Daten, durch autonomes Fahren, durch Arbeiten von Robotern in gefährlichen Bereichen usw. 4. Kosten. Durch künstliche Intelligenz können Kosten gespart werden. Das können Kosten für Personal, Kosten für Verkehr oder Kosteneinsparungen in der Produktion sein.

Folgende 5 Risiken der künstlichen Intelligenz lassen sich feststellen: Softwareverfügbarkeit, Sicherheit, Verantwortlichkeit, Haftung und Ethik. Ein Beispiel für das Risiko der Haftung. Zwar kann künstliche Intelligenz Menschen Entscheidungen abnehmen, aber nicht (rechtlich) zur Verantwortung gezogen werden.  Bisher haftet der Softwarehersteller. Wie sieht das zukünftig – gerade bei kritischen Entscheidungen- aus? Daneben existiert noch das Schreckgespenst der Singularität als Risiko der künstlichen Intelligenz. Vereinfacht gesagt bedeutet Singularität, dass wir Maschinen bauen, die so intelligent sind, dass Sie sich selbst intelligenter machen. So sagt bspw. Elon Musk, dass es bei keiner Regulierung der künstlichen Intelligenz zu einem Krieg kommt bzw. zur Weltherrschaft durch KI.

Bekannt wurde die künstliche Intelligenz durch Frankensteins Monster. “Frankenstein oder der moderne Prometheus“ ist wahrscheinlich eine der bekanntesten Horrorerzählungen aller Zeiten. Victor Frankenstein erschafft aus Leichenteilen einen neuen Menschen. Als Frankenstein das Monster töten möchte, hat es sich bereits sprachliche und geistige Fähigkeiten angeeignet. So ist Frankensteins Monster bis heute das Urmonster, welches unsere Angst vor der Verselbstständigung der KI erklärt. ein weiterer Meilenstein in der KI ist der Entschlüsselungscode von Alan Turing während des zweiten Weltkriegs, der an der Entzifferung verschlüsselter Funksprüche entscheidend mitwirkte. 1950 setze Alan Turin mit seinem Turin Test den bisherigen Maßstab für die Beurteilung künstlicher Intelligenz. 1956 auf der Dartmouth Konferenz wurde der Grundstein für die KI als akademisches Feld gelegt. Hier wurden die ersten bedeutenden Programmiersprachen entwickelt. Deep Blue schlug den Schachweltmeister Gary Kasparov. Der nächste Meilenstein ist die Geburtsstunde von sozialen Netzwerken und 2007 das erste Smartphone.

Grundsätzlich lässt sich zwischen starker und schwacher künstlicher Intelligenz unterscheiden. Die schwache künstliche Intelligenz fokussiert auf die Lösung konkreter Anwendungsprobleme. Dabei werden immer Methoden der Informatik oder Mathematik zugrunde gelegt. Die entwickelten Systeme haben die Fähigkeit, sich selbst zu optimieren. Es handelt sich bei der schwachen künstlichen Intelligenz eigentlich nur um regelbasierte Systeme. Beispiele hierfür sind Bild- und Texterkennung, Aussteuerung von Werbung, Navigationssysteme, Übersetzung und Spracherkennung. Ziel der starken künstlichen Intelligenz ist es, die selben intellektuellen Fähigkeiten wie die eines Menschen zu erlangen. Bis heute ist es nicht gelungen, eine starke künstliche Intelligenz zu entwickeln. Führende Forscher verweisen darauf, dass es folgende Eigenschaften sind, die eine starke künstliche Intelligenz aufweisen sollte: 1. Logischer Denkvermögen 2. Die Fähigkeit des Entscheidens auch unter Unsicherheit 3. Lern- und Planungsfähigkeit 4. Kommunikation in natürlicher Sprache 5. Kombination aller Fähigkeiten zur Erreichung eines übergeordneten Ziels. Bis heute ist es in den wissenschaftlichen Diskussionen offen, inwieweit auch eine starke künstliche Intelligenz so etwas wie ein Bewusstsein erlangen kann. Auch die Begrifflichkeiten bzw. Fähigkeiten wie Reflektion oder Selbsterkenntnis bleiben in diesem Zusammenhang ungeklärt.

Im Zentrum steht immer ein Modell, mit dem eine bestimmte Fragestellung modelliert wird. In der Regel sollen damit Entscheidungen unterstützt werden oder bestimmte Vorhersagen getroffen werden.

Hinter KI verbergen sich viele verschiedener Methoden, Verfahren und Technologien. Grundsätzlich lässt sich festhalten, dass KI ein Teilgebiet der Informatik ist und sich mit der Abbildung mehr oder weniger „intelligenten“ Verhaltens durch IT beschäftigt. Aufgrund der Schwierigkeit, den Begriff Intelligenz zu definieren fällt auch die Definition von Künstlicher Intelligenz schwierig. Prinzipiell sollen menschliche Entscheidungsprozesse auf digitaler Eben dargestellt werden.

Ziel der künstlichen Intelligenz ist es, Entscheidungen und deren Prozesse digital darzustellen. In der Regel geschieht das durch einen Computer. Bis heute (Stand 01/2020) geht man allerdings davon aus, dass scheinbar intelligentes Verhalten nur simuliert wird. Damit wird der Eindruck erweckt, eigenständiges Verhalten darzustellen.

Die Digitalisierung gilt als Oberbegriff für organisatorische, prozessuale und gesellschaftliche Veränderungen. Sie tangiert alle Lebens- und Arbeitsbereiche. Mit der Digitalisierung sind vor Allem veränderte Bedürfnisse der Menschen gemeint. Resultat der Digitalisierung sind Anpassungen der bisherigen Spielregeln. Das gilt auf politischer Ebene, auf gesellschaftlicher und auch für Unternehmen.

Das sind die wichtigsten Fragen und Antworten zur künstlichen Intelligenz.

Von |2020-01-20T17:37:55+01:0014. Januar 2020|Alle Beiträge|

Über den Autor:

Dr. Hubertus Porschen ist Geschäftsführer der App-Arena GmbH. Er war zudem Vorsitzender des Verbandes der Jungen Unternehmer (Die Familienunternehmer). Des Weiteren doziert er auf Konferenzen und Tagungen zu Themen rund ums Social Web, Digitalisierung und Innovationsthemen.

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