Dr. Hubertus Porschen

| Keynote-Speaker | Gründer & Unternehmer

| Experte Digitalisierung, Social-Media & Unternehmertum

| Juror beim "Digital Champions Award" der Wirtschaftswoche

| ehem. Bundesvorsitzender des Verbands "Die Jungen Unternehmer"

Wie finde ich den richtigen Beruf? 5 Tipps!

Ich glaube nicht daran, dass man sich irgendwann entscheidet, eine bestimmte Sache zu machen und diese dann tatsächlich auch macht. Ja, es gibt Beispiele, wo Kinder mit 5 Jahren behaupten „Ich werde einmal Pfarrer sein“ und es dann auch tatsächlich werden. Oder von Leuten, die behaupten, sie haben schon immer genau das gewollt, was sie jetzt grade machen. Mag sein. Ich bin allerdings fest überzeugt, dass diese Beispiele eher die Ausnahme sind. Beruf sollte ja im Optimalfall auch Berufung sein. Und das ist mit Arbeit, Planung und Reflektion verbunden.

Beruf kommt von Berufung

Mein Leben ist durch Erfahrungen und Möglichkeiten gekennzeichnet. Es ist gut und wichtig eine Vision und eine Mission zu haben, doch von alleine kommt diese selten. Sie müssen entwickelt werden. Gerade jungen Menschen rate ich daher zu folgenden Tipps, die sie in unserem Bildungssystem so bisher nicht lernen:

Tipp 1: Ausprobieren

Lernen, was Spaß macht, was den Bedürfnissen entspricht und vor Allem auch Erfahrungen darüber sammeln, was einem nicht Spaß macht. Ausprobieren oder auch trial & error mag übrigens auch gelernt sein. Ich erinnere mich an einen guten Bekannten, der jahrelang Erfahrung gesammelt hat, in verschiedenen Supermärkten und Geschäften als Verkäufer zu arbeiten. Nichts gegen den Job, aber mit Ausprobieren und Weiterentwicklung hat das nichts zu tun. Ein anderes Beispiel: Das wichtigste Kriterium für ein Praktikum (Job) sollte nicht der Verdienst sein, sondern das, was man dabei lernt.

Tipp 2: Ergründung der eigenen Persönlichkeit

Ein weiterer wichtiger Schritt ist die Ergründung der eigenen Persönlichkeit. Nur wer sich damit beschäftigt, was die Antreiber, die Werte, die Stärken, die eigene Haltung ist – und das dauerhaft – findet tatsächlich etwas, was ihn erfüllt. Eine Persönlichkeit darf (und sollte) sich auch ändern. Eine kontinuierliche Anpassung und Reflektion ist extrem wichtig.

Tipp 3: Glaubenssätze

Aufgabe eingeprägter Glaubenssätze und das Aufstellen eigener Glaubenssätze. So oft habe ich erlebt, wie Menschen „abgestempelt“ werden. Bei zwei Brüdern ist der eine eher „einfach“, der andere „intelligent“. Wieder jemand anderes kann gut Naturwissenschaften lernen, der beste Freund ist sprachentalentiert. Das ist aus meiner Sicht nicht hilfreich. Auch wenn ich nicht bestreite, dass es Talent und Begabung gibt, werden diese maßlos überschätzt. Glaubenssätze die uns von Eltern, Verwandten und Freunden in der Kindheit eingeprägt werden, sollten nicht nur in Frage gestellt werden sondern bestenfalls (ausser sie sind positiv?) über den Haufen geworfen werden. Dafür sollten neue aufgestellt werden („ich bin ein hervorragender Redner“, „Ich bin ein Finanzgenie und werde erfolgreich mit Aktien handeln“, „ich bin ein motivierter Sportler, der alles erreichen kann, was er sich zum Ziel setzt“). Wie sind deine Glaubenssätze? Stelle diese auf und wiederhole diese täglich, bis sie sich bei dir einprägen.

Tipp 4: Verbesserung und Überprüfung

Kontinuierliche Verbesserung und Planung des eigenen (digitalen) Ichs. Wenn ich geklärt habe, wer ich bin und wo ich hin möchte, empfehle ich die Entwicklung der eigenen Persönlichkeit sowie die kontinuierliche Weiterentwicklung. Hierzu kann man sich Monatsziele, Jahresziele und sogar 10 Jahresziele setzen. Dabei empfehle ich, die kurzfristige Zielerreichung der langfristigen unterzuordnen. Übrigens: Zu viel in die Vergangenheit zu schauen und sich auf Fehler zu konzentrieren hilft wenig. Das was war, sind wertvolle Erfahrungen. Der Fokus auf die Zukunft ist unendlich wichtiger.

Tipp 5: Mit einem Coach arbeiten

Ein Sportler verbessert sich nicht ohne Trainer oder nur unwesentlich. Ähnlich verhält es sich mit unseren Business Fähigkeiten. Diese entwickeln wir weiter indem wir lesen, indem wir Videos schauen, Podcasts hören, indem wir trial & error machen und einfach mal ausprobieren.

Aber der große Hebel ist die gezielte Fortbildung mit einem Sparringspartner, der uns Feedback gibt. Ein Coach ist ohne Frage teuer. Wer sich keinen eigenen Coach leisten kann, möchte oder will, der hat auch die Möglichkeit einen Verwandten, Bekannten oder Gleichgesinnten als Coach zu nutzen. Ausreden zählen nicht!

Wer diese fünf Tipps berücksichtigt, wird sicherlich tolle Erfahrungen sammeln, mit jahrelang antrainierten Glaubenssätzen aufhören und sich vor allem massiv weiterentwickeln. Viel Erfolg!

Von |2020-01-02T16:53:31+01:0030. Dezember 2019|Alle Beiträge, Persönlichkeitsentwicklung|

Über den Autor:

Dr. Hubertus Porschen ist Geschäftsführer der App-Arena GmbH. Er war zudem Vorsitzender des Verbandes der Jungen Unternehmer (Die Familienunternehmer). Des Weiteren doziert er auf Konferenzen und Tagungen zu Themen rund ums Social Web, Digitalisierung und Innovationsthemen.

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