Jo Nesbo, MacBeth

Jo Nesbo, norwegischer Bestsellerautor, ist hauptsächlich bekannt für seine Harry Hole Krimireihe rund um den alkoholkranken Kommissar, der meist brutale Mordfälle löst. Dazu kommt die sehr gelungen „Blood on snow“-Reihe, im Stile des klassischen „Noir“ geschrieben.

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Nun wagt er sich an eine Neuinterpretation von Shakespeares MacBeth. Das Ganze auf über 500 Seiten. Im Prinzip ändert sich zur Originalfassung wenig: Jemand, zunächst loyal und ehrlich, giert, aufgestachelt durch seine Frau, immer mehr nach Macht und lässt nach und nach seine Widersacher töten.

Die Geschichte bei Jo Nesbos MacBeth

Das ganze Setting ist in einer fiktiven, trostlosen, stets regnerischen Stadt angesiedelt. Beherrscht wird die Stadt von Police Commissioner, vom Bürgermeister und auf der dunklen Seite der Macht von Hecate, dem Drogenbaron sowie kriminellen Rockerbanden.

Durch verschiedenste Intrigen kommt nun der eigentlich ehrliche MacBeth (einst Leiter der Sondereinheit) in die Position des Police Commissioner und versucht die Macht an sich zu reissen. In scheinbar guten Absichten wird ihm dies von seiner Frau eingeredet.

Aber eigentlich sind es die Drogen, der Sumpf der Stadt, die Laster, die den wirklichen Gegenspieler von MacBeth darstellen. Langsam aber sicher wird der Leser in den Macht- und Drogensog von MacBeth mitgezogen. Man ertappt sich bei einem leichten Verständnis der ruchlosen Taten.

Sind wir nicht alle ein wenig MacBeth

Und bevor wir dazu neigen, moralisch den Zeigefinger zu erheben, wird uns bewusst, dass wir doch alle ein wenig MacBeth sind: Machtsüchtig. Gewissenlos. Glauben, DAS RICHTIGE zu tun. Wer, wenn nicht wir?

Der Roman ist wie die Stadt: Dunkel, mächtig, ein wenig trostlos. Man will es hinter sich bringen. Die 550 Seiten lesen sich dann auch irgendwie fix. Vergnügen ist anders.

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Von | 2019-01-06T15:51:57+01:00 26. Dezember 2018|Alle Beiträge, Bücher Rezension|

Über den Autor:

Dr. Hubertus Porschen ist Geschäftsführer der App-Arena GmbH. Er war zudem Vorsitzender des Verbandes der Jungen Unternehmer (Die Familienunternehmer). Des Weiteren doziert er auf Konferenzen und Tagungen zu Themen rund ums Social Web, Digitalisierung und Innovationsthemen.

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