Annegret Kramp-Karrenbauer: Der kleinste gemeinsame Nenner

Annegret Kramp-Karrenbauer (AKK) ist zur neuen Parteivorsitzenden der CDU gewählt worden. Es ist klar: Der Schmerz in Deutschland über die Verwaltungspolitik von Merkel ist noch nicht groß genug. Denn Veränderung geht nur über Leidenschaft und Schmerz. Ersteres ist beim Wahlkampf nicht zu spüren gewesen.

Von 1000 Delegierten, die aber den Umfragen zufolge durchaus repräsentativ für Wähler in Deutschland sind. Damit ist es sehr wahrscheinlich, dass AKK die nächste Kanzlerkandidatin der CDU wird. Darf man den Umfragen innerhalb der Parteienlandschaft glauben, so ist es auch nicht unwahrscheinlich, dass Sie Angela Merkel als Kanzlerin in Deutschland folgt.

Eine unwürdige Wahl

Für die CDU ist es fast Neuland. Eine wirkliche Wahl zu haben: Gleich drei Kandidaten gibt es. Sogar noch mehr. Allerdings werden nur diese drei, die wirklich aus dem eigenen Saft kommen (und ehrlicherweise auch eine Chance haben), nach vorne gestellt.

Warum wird hier keine Chancengleichheit geboten?

Das ist schon mal ein merkwürdiges Verständnis von Demokratie. Aber gut- wir leben in einer repräsentativen Demokratie. Das macht sich dann ja auch gut bemerkbar, denn nur die 1000 Delegierten stimmen ab. Ob diese wirklich irgendwelche Stimmungen aus der Bevölkerung wiederspiegeln, wage ich mal zu bezweifeln.

Warum gibt es keine Abstimmung unter allen CDU-Mitgliedern? Das dürfte im Jahr 2018 in Deutschland doch möglich sein? (#Digitalisierung und sowas)

Nun touren die drei durch Deutschland, „wie eine Rockband“ (AKK)- der Wahlkampf hat sogar „unheimlich Spass“ (Jens Spahn) gemacht. Da kandidieren 3 um den eine mächtigsten Positionen der Welt und sehen das Ganze wie ein lustiges Rockkonzert.

Nein, ich wünsche mir keinen deutschen Trump. Ich wünsche mir keinen Populisten. Ich wünsche mir einen Kandidaten, der den unbedingten Willen zu Macht ausstrahlt und das mit einer Vision für die Menschen verknüpft.

Eigentlich hätte ich mir nur einen Kandidaten gewünscht, der ein Programm hat.

Schaut man sich die Webseiten der Kandidaten an, lauscht ihren Reden, so kann man nicht wirklich ein Programm erkennen. Ja, es gibt Unterschiede der Kandidaten. Es gibt Richtungen. Aber eigene Programme: FEHLANZEIGE

Annegret Kramp-Karrenbauer ist ein Schritt zurück

In der allgemeinen Wahrnehmung wird AKK als Anhängerin von Angela Merkel und auch Anhänger Ihrer Flüchtlingspolitik gesehen. Sicherlich ist sie nicht als Kritikerin aufgetreten. Substantielle Änderungen sind von Ihr nicht zu erwarten. Sie steht eher für Kontinuität und Ruhe sowie Sachlichkeit. Wofür steht AKK sonst noch?

Sie lehnt die Ehe für gleichgeschlechtliche Paare ab.

Ebenso die doppelte Staatsbürgerschaft für in Deutschland lebende Türken und Türkinnen.

Sie fordert eine einjährige Pflichtzeit für Soziales oder die Bundeswehr.

Ansonsten gibt es nicht wirklich viel für das AKK steht.

Chance vertan! Weiter so!

Die westdeutsche Katholikin löst die ostdeutsche Protestantin ab. Ändern wird sich vermutlich nicht viel. Sowohl mit Merz als auch mit Spahn wären die Chancen für einen substantiellen Neubeginn innerhalb der Union größer gewesen. Aber weder die Delegierten noch die Deutschen generell sind so weit. Der Schmerz ist nicht groß genug. Kein Risiko. Lieber weiter so! Bei Gauland und Co. knallen die Sektkorken.

 

Von | 2019-01-06T15:34:39+01:00 9. Dezember 2018|Alle Beiträge, Politik und Wirtschaft|

Über den Autor:

Dr. Hubertus Porschen ist Geschäftsführer der App-Arena GmbH. Er war zudem Vorsitzender des Verbandes der Jungen Unternehmer (Die Familienunternehmer). Des Weiteren doziert er auf Konferenzen und Tagungen zu Themen rund ums Social Web, Digitalisierung und Innovationsthemen.

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