Fuck you very much – Wer zur Hölle ist Aidan Truhen

Mit Vollgas ins Gehirn knallen oder: Fuck you very much. Und: Wer ist Aidan Truhen?

„Fuck you very much“ als Titel dieses Buches ist schon bezeichnend und auch treffend. Aidan Truhan nennt sich der Autor, der wahrscheinlich Brite ist, über den man aber so gut wie gar nichts weiss.

Jack Price ist Hauptprotagonist, Erzähler auch der Ich-Perspektive und nimmt uns mit auf einen Trip, der sich gewaschen hat: Brutal, extrem unterhaltsam, kreativ und auch ein Stück weit abgedreht. Jack Price ist ein moderner Unternehmer: Vom Kaffee zum Koks. Dabei aber absolut auf der Höhe der Zeit: Dezentral, digital („Die Zukunft ist rosig, und ich bin Amazon. Ich bin das Uber der illegalen Drogen“) und … durchgedreht. Alles läuft online. Fast alles. Denn eines Tages passiert es: Seine Nachbarin wird getötet. Sie ist zwar alt und garstig und übrigens mag Jack sie überhaupt nicht. Aber klar: Das ist ein Angriff auf Ihn, den Chef, den der alles im Blick hat, Jack, den Strippenzieher, den Unangreifbaren.

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Und dann kreuzen da die Seven Demons auf…

…die Rockstars des Tötens. Das Killerkommando mit Originalitätsfaktor. Und die sind richtig böse („Präsidenten umbringen können sie prima, Konzerne erpressen sie perfekt, und Staatsstreiche und Putsche in kriminellen Organisationen erledigen sie mit links. Aber ich bin nichts davon“). Aber unser Ich-Erzähler auch. Der ist noch böser und fängt an, richtig Gas zu geben. Drückt mal richtig aufs Gas. Und das kann sich hören bzw. lesen lassen. Auch hier kommt ihm seine dezentrale Aufstellung zugute („Ich muss niemanden schützen außer mich selbst.“)

Irgendwie surreal und doch real

Die Story ist wirklich alt: Rachefeldzug des underdogs gegen den übermächtigen Gegner. Und trotzdem ist das was, was einem zu denken gibt: Die Ähnlichkeit des Erzaehlers mit uns, die Ähnlichkeit der Story mit unserem Leben. Auch wenn wir nicht durch die Gegend rennen und Menschen mit Kürbiskanonen oder Köpfen (ja: Köpfen) töten, so führen Technologien, Maschinen, künstliche Intelligenz und all diese Dinge dazu, dass wir abstumpfen. Und so richtig unterscheiden zwischen gut und böse- wer kann das noch? Und was sind die Masstäbe, die wir anlegen?

Ich für mich bin doch sehr ins Nachdenken gekommen, beim atemlosen (aber zweifelsohne super unterhaltsamen) Tötungstrip.

Zum Buch! 

Von | 2018-10-12T17:23:59+02:00 12. Oktober 2018|Alle Beiträge, Bücher Rezension|

Über den Autor:

Dr. Hubertus Porschen ist Geschäftsführer der App-Arena GmbH. Er war zudem Vorsitzender des Verbandes der Jungen Unternehmer (Die Familienunternehmer). Des Weiteren doziert er auf Konferenzen und Tagungen zu Themen rund ums Social Web, Digitalisierung und Innovationsthemen.

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