Der Drachenmann von Garry Disher

Gary Disher ist sowas wie ein Allrounder. Hat bereits Sach- und Kinderbücher geschrieben. Nun Krimis. Er hat den Ned Kelly Award gewonnen, wie übrigens die hervorragende Candice Fox auch. Krimiromane erst aus der Perspektive des Gangster Wyatt- nun aus der Perspektive „der Guten“. Und das, was er da liefert ist ein Feuerwerk. Was zu Beginn und eigentlich auch bis zum Ende des Romans wie unvereinbar aneinander bzw. parallel laufende Geschichten wirkt, läuft zum Schluss intelligent und logisch zusammen. Wie Zahnräder, die ineinander übergehen. Ohne ganz großen Knall.

Das Flugzeug als Sinnbild

Die Zahnräder sind: Morde, Einbrüche und Brandstiftungen. Und jede Menge Zwischenmenschliches. Aus den Zahnrädern entsteht kein Superman. Es gibt kein Schwarz und Weiss und trotzdem hängt alles zusammen. Die Bösen sind mittendrin und wirken nicht immer böse. Gut und Böse als Facetten des menschlichen Daseins (Luzerner Zeitung).

Alles spielt sich im scheinbar idyllischen Australien auf einer Halbinsel ab und ist damit auch ein Spiegelbild der australischen Gesellschaft. Eine Kritik an einer moderner, widersprüchlichen und auch gewalttätigen Gesellschaft.

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Garry Dishers Schreibweise ist erfrischend einfach, präzise und auch etwas rauh. Dirty, um es genauer zu sagen. Hier wird nicht um den heissen Brei geredet, wenngleich der Stil auch nicht prollig wirkt.

Was für Figuren?

Das Beste: Die Figuren. Vom Golfplatz-Sunnyboy-Oberchef (Dandy mit englischem Namen) bis hin zum leicht depressiven Chef über unglückliche Unterchefin (klaut die wirklich Geld vom ) und brutale Streifenbullen, die böse gedisst werden. Hier ist alles dabei. Menschlich. Nahbar. Differenziert und so beschrieben, dass der Leser zum Mitdenken gezwungen ist. Es gibt Spielraum bei den Figuren. Nicht nur gut und böse. Sie sind schlicht und einfach real.

Drachenmann von Garry Disher liest man an maximal 2 Abenden. Und das ist ein Qualitätsmerkmal für den geübten Krimileser. Es ist nicht nur Qualität. Garry Disher und Drachenmann ist ganz große Kunst und für jeden Krimileser ein absolutes Muss.

So ist das Flugzeug, welches die Hauptfigur, Challis, zusammenflickt in seiner Freizeit ein Sinnbild des Romans. Es wird ständig aber beharrlich zusammengebaut und die Einzelteile fügen sich mehr und mehr zusammen. Ob das Flugzeug etwas mit dem Titel „Drachenmann“ zu tun hat? Ich weiss es nicht!

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Von | 2018-08-12T09:49:57+02:00 12. August 2018|Bücher Rezension|

Über den Autor:

Dr. Hubertus Porschen ist Geschäftsführer der App-Arena GmbH. Er war zudem Vorsitzender des Verbandes der Jungen Unternehmer (Die Familienunternehmer). Des Weiteren doziert er auf Konferenzen und Tagungen zu Themen rund ums Social Web, Digitalisierung und Innovationsthemen.

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