+ Steuerreformen

Trump machts vor! Endlich wieder Wettbewerb zwischen internationalen Steuersystemen. Der Druck wächst. Die Paradise Papers sollten eigentlich die Relevanz von wettbewerbsfähigen Steuersystem gezeigt haben. Pustekuchen. Deutschland und auch Europa halten sich komplett zurück. Die Koalitionäre lassen wieder mal eine Chance verstreichen. Und Deutschlands Zeitungen schreiben z.B. von „Trumps Angriff auf den Wohlfahrtsstaat“. Dabei ist das Reform eine logische und konsequente Folge seiner America first Strategie. Die hohen Steuern gaben Unternehmen den Anreiz, immer mehr Gewinne im Ausland zu versteuern. Das kann sich jetzt ändern.

+ Kryptowährungen

Ob Bitcoin, IOTA oder Dash. In 2017 sind Kryptowährungen salonfähig geworden. Jetzt fehlt nur noch, dass wir uns 2018 ernsthaft mit Blockchains etc. beschäftigen und nicht weiter von einem „Hype“ sprechen. Hier wird eine der größten Ineffizienzen auf dem Markt “disruptiert“. Und wieder ist eine Chance vertan: Für die Bunderepublik Deutschland, deren Politik und vor allem für die stark schwächelnde Bankenbranche.

+ Jeff Bezos und Jack Ma

Inzwischen sind 7 der 10 wertvollsten Unternehmen der Welt Technologieunternehmen. Die Unternehmen der beiden genannten Typen spielen ganz oben mit: Amazon (Aktienkurs in 2017 + 35 %) und Alibaba (Aktienkurs in 2017 + 78 %). Und das obwohl Trump regiert, der ein erklärter Feind von Jeff Bezos ist. Nicht meckern- machen. Unabhängig von der Politik- denn am Ende setzt sich der Markt durch.

+ Junge (oder auch alte) Gründer

Innovation und Kreativität sind keine Frage des Alters. Wer eindeutig die Gewinner sind, sind Menschen, die es wagen etwas anders zu machen. Menschen, die sich über Konventionen (und manchmal auch bestehende Regeln) hinwegsetzen um etwas Neues zu schaffen. Ich habe in 2017 einige dieser Menschen kennen gelernt und wünsche Ihnen Durchhaltevermögen, in einer Gesellschaft, die lieber auf Bestehendes (positiv konnotiert „Beständigkeit“ 😊) aufbaut, in einer Gesellschaft, die Scheitern und Fehler und damit auf Kreativität weitestgehend unterbindet, werden Sie immer mehr gebraucht.

– Europa

Wieder keine Strategie! China legt vor. In einem Tempo, was wir uns in Europa nur erträumen können. Innovation statt Imitation. Strategische Weitsicht statt kurzfristiger Willkürhandlungen. Zukunftsgerichtet, mutig und mit einem Plan schickt sich China an, nicht mehr nur der Steigbügelhalter Europas und den USA`s zu sein, sondern selbst eine Vorreiterrolle einzunehmen. Und wo ist Europa? Handlungsfähiger ist Europa nicht geworden. Eine Strategie nach wie vor nicht erkennbar. Sicherheitspolitik, Digitalisierung sind Spielwiesen in denen Europa Punkte sammeln kann- eine Vergemeinschaftung von Sozialstaaten und Schulden gehört sicherlich nicht dazu. Aber auch hier gilt: Keine Vorschläge, keine Ideen aus Deutschland (Macron hat immerhin einen Vorstoss gewagt)- frei nach dem Motto „Weiter so“! Das reicht nicht.

– Die deutsche Politik

Man weiss gar nicht wo man anfangen soll zu zählen (Jamaika Verhandlungen oder GroKo-Sondierung), wer in der deutschen Politik alles verloren hat: Merkel, Schulz? Sicherlich. Lindner, der erst wie der Gewinner 2017 aussah: Hat sich durch die Jamaika-Geschichte als nicht regierungswillig und fähig entpuppt. Und in der CSU? Da hat nun der 50-jährige (!) Söder den Machtkampf gegen Seehofer gewonnen. Zumindest ein wenig. Also ist er der neue Shootingstar? Sicherlich nicht! Zwar gibt es sowohl an Kurz und auch an Macron viel auszusetzen- aber schaut man sich die deutschen Nachwuchspolitiker an, so erinnert das Bild eher an Wüste als an Oase.

– Disruption und Digitalisierung

Es sind die Buzzwords 2017. Getan hat sich wenig. In der Politik nicht. In der Wirtschaft auch nicht. Die Unternehmen, die den Weltmarkt beherrschen, der deutsche Mittelstand, die HiddenChampions, für die ist Industrie 4.0 schon längst Realität. Seit mehreren Jahrzehnten laufen Produktionen voll automatisiert, robotisiert ab. Das steht ausser Frage. Aber wo sind die Geschäftsmodellinnovationen? Wo sind die Basisinnovationen, die Deutschland wettbewerbsfähig bleiben lassen? Die digitale Transformation der Unternehmen bleibt demnach eine Daueraufgabe…

– Last but not least: Die Kammern

Das Beste zum Schluss: Die Kölner Industrie- und Handelskammer hat für 2018 einen Posten von 30.000 € budgetiert, in dem es darum geht, die Aktivitäten von Kammerkritikern zu beobachten.

https://www.ksta.de/wirtschaft/kammer-ihk-will-kritiker-ueberwachen-lassen-28988466

Jetzt weiss auch der letzte Beitragszahler wofür er sein Beiträge berappen muss. Nicht nur für ein maßlos überzogenes Gehalt seines Hauptgeschäftsführers (bis zu 380.000 €! in Köln, für ein nahezu risikolos zu führendes Unternehmen ist das sicherlich nicht marktgerecht) sondern auch für einen möglichst reibungslosen Ablauf der Vollversammlung in 2019. Demokratie pur.

2 Kommentare

  1. Heiner Kortmann sagt:

    Sehr geehrter Herr Porschen Sie sagen :
    „Die Digitalisierung ist eher als Megatrend zu verstehen, der oftmals „alter Wein in neuen Schläuchen“ ist.
    Ich glaube eher :
    Wir stehen erst am Anfang einer ganz neuen Welt!
    Niemand weiß genau wie sie aussieht. Wird der alte Wein in den Schläuchen schnell zu Essig oder zu Sekt! Ist es Wein der in den Schläuchen ist? Oder ist es ….?
    Die Digitalisierung befeuert die digitale Transformation und damit auch die durchgängige Vernetzung aller Wirtschaftsbereiche und die Anpassung der Akteure an die Gegebenheiten der digitalen Ökonomie.

    IHRE Gewinner und Verlierer 2017
    Sehr gut gesehen Herr Dr. Porschen! Bravo! Da bin ich Ihrer Meinung.

    Bitte erklären Sie mir dennoch mal das Ausrufungszeichen in ihrem Satz. Was soll das Satzzeichen dem geneigten Leser sagen?
    „Da hat nun der 50-jährige (!) Söder den Machtkampf……“
    Mit freundlichen Grüßen
    Heiner Kortmann

    • Hallo Herr Kortmann, danke für Ihren Kommentar. Sie haben sicherlich Recht: „Wir stehen am Anfang einer neuen Welt“. Ich glaube, dass Deutschland grade massiv seine Vormachtstellung als Technologie- und Innovationsführer verliert. Zum Beispiel ggü. China.
      @Söder: Das Ausrufezeichen hinter der 50 sollte bedeuten, dass in der CSU ein 50-jähriger bereits als jugendlicher Herausforderer gilt. Nicht, dass ich denke, dass Innovation oder Kreativität eine Frage des Alters ist. Aber in der CSU sind die Nachwuchsprobleme (wie eigentlich in allen Parteien) schon eklatant.

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