Als ich das Buch von Hakan Nesser in die Hand nahm und den Buchrücken las (es war auf einem Flohmarkt an einem nasskalten Herbsttag), war mir klar: Das ist ein typischer Nesser. Vier alte Männer. Ein Lottogewinn. Der Lottogewinn wird ausufernd in der Stammkneipe gefeiert.

Erst eine Leiche, dann eine Weitere und dann zwei vermisste Personen. Ausserdem ein Mörder, der gesteht. Sieht fast nach einem Serienkiller aus. Auf den ersten Blick. Auf den zweiten Blick ist Nesser aber cleverer. In unnachahmlicher Manier rollt er den Fall auf. Versetzt den Zuhörer in die Leiden des Kommissars Münster, der dem einzigartigen Van Veeteren folgt. Aber auch der ist involviert (Zettel: „Sie ist es nicht“).

Was zur Hölle ist das Motiv…

Einen 72-jährigen Rentner, der Niemandem etwas zuleide tut, umzubringen?

Immer wenn man denkt, dass die Handlung zu langweilig wird, wartet Hakan Nesser mit einer Überraschung auf. Wie eigentlich immer, schaut er tief hinter die Maskerade der Menschen. Und da findet sich so einiges. Versteckt hinter gutbürgerlichen Fassaden finden sich immer Abgründe.

Was ich an Hakan Nesser liebe: Auch die Helden sind nicht perfekt. Sie machen nicht alles richtig. Sie haben sogar unzüchtige Gedanken. Das macht Sie so authentisch. So nah. Und: Die Geschichten sind wo alltäglich. Sie sind das Gegenteil von James Bond. Keine Explosionen. Und Sie sind mit einem extrem feinen Humor untermauert.

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