Jeder kennt das: Das Alltagsgeschäft nimmt wieder einmal Überhand. Strategische Überlegungen bleiben auf der Strecke. Das gilt nicht nur für das Geschäft sondern auch für die eigene Persönlichkeit. Kurzfristiges Vergnügen- analog zum operativen Arbeiten- ist einfach; persönliche Entwicklung analog der strategischen Gedanken- ist anstrengend. Arbeit für den Kopf.

Persönliche Weiterentwicklung als Basis

Die persönliche Weiterentwicklung ist für mich die Basis der strategischen geschäftlichen Weiterentwicklung. Erfolgreiche Menschen, wie Bill Gates und Mark Zuckerberg haben dies gemeinsam: Sie optimieren sich, sie bilden sich weiter, sie arbeiten an sich. An den eigenen Kompetenzen, am eigenen Wissen, aber auch an der eigenen Strategie. Doch wie kann das funktionieren?

Andere Wahrnehmung von „Arbeiten“

Ich habe durch den Besuch verschiedener Seminare und Austausch mit anderen reflektierten Menschen eine andere Auffassung davon bekommen, was Arbeiten bedeutet. Verantwortungsvolles Arbeiten in einer Führungsposition ist es nicht, 60 oder sogar 80 oder 90 % Facharbeit zu erledigen. Arbeiten bedeutet z.B. auch, seinen Körper in Schwung (Gewicht, Ernährung) zu halten. Unternehmertum bspw. (das gilt aber genau so für andere Berufe, wie z.B. Politiker) ist Hochleistungssport! Da muss man körperlich und mental fit sein um auch vernünftige Entscheidungen treffen zu können. Arbeiten bedeutet daher auch die Reflexion von Dingen und Tätigkeiten. Und ja: es geht nicht darum, mit einem guten Gewissen ins Bett zu gehen, weil man 12 Stunden Buchhaltungsthemen erledigt hat. Im Gegenteil: Das kann unverantwortlich sein.

Wir müssen also „Arbeiten“ neu  denken und für uns erst  einmal definieren. Und Weiterentwicklung sollte einen nicht unerheblichen Anteil ausmachen.

Das mache ich zur persönlichen Weiterentwicklung

Viel zu viele sind noch in der Fachkraft-Falle- Sie machen Fachaufgaben ohne sich, das Unternehmen oder „welche Sache auch immer“ strategisch nach vorne zu bringen. Ich selbst habe noch sehr viel Optimierungspotential. Trotzdem habe ich ein paar Grundsätze für mich entwickelt, an denen kein Weg vorbei führt:

  • Sport und Bewegung. Jede Tag 14.000 Schritte. Schaffe ich nicht immer- aber den Wochendurchschnitt schaffe. Das tut gut- körperlich und geistig. Das macht selbstbewusst. Ich habe übrigens mit 10.000 Schritten angefangen. You can do it!
  • Tagebuch: Ich führe konsequent und zumindest über jeden Tag ein Tagebuch. Hier schreibe ich Emotionen, Sachthemen und alles was mir einfällt- im Zweifel stumpfe Tageszusammenfassungen auf. Neben dem Tagebuch nutze ich ein Notizbuch, wo ich alle Gesprächsnotizen komprimiert sammle. Unglaublich, wenn man genau nachsehen kann, womit man sich vor 3 Monaten beschäftigt hat. Unglaublich, wenn man manchmal gar nicht weiss, was man über den Tag niederschreiben soll (weil man vielleicht nur munter E-Mails beantwortet hat und reagiert hat.)
  • Lesen, Lesen, Lesen: Ich habe schon immer gerne gelesen. Das hat sich in den letzten 12 Monate allerdings sehr stark in Richtung Fachbuch verlagert. Ich lese immer noch gerne Romane, lese aber wieder ähnlich viel Fachliteratur wie in meinem Studium. Parallel dazu zwinge ich mich dazu, über jedes gelesene Buch eine Rezension zu schreiben. Schaffe ich fast 😊
  • Braintrusts: Gezielte Treffen mit einem Umfeld, was die eigene Strategie und Persönlichkeit weiter nach vorne bringt. Dazu gehören auch unangenehme Themen. So habe ich neulich das Feedback bekommen, dass ich manchmal „Schludrig“ rumlaufe. Oder das meine Stimmbetonung noch eine Menge Potential hat. Vor 12 Monaten wäre ich nach so einem Feedback erst einmal eingeschnappt gewesen. Nun nehme ich das Feedback dankend auf um nicht zu sagen, ich sauge es aus!
  • Fachwissen dazu gewinnen! Ich schreibe z.B. diesen Blog um meinen Schreibstil zu verbessern, um Dinge zu reflektieren und weil es mir Spass macht. Aber: Ich lerne unglaublich viel dazu. Ich frische mein Wissen über Onlinemarketing auf. Ich entdecke neue Tools. Ich kann viele Dinge besser und anders beurteilen. Ich bringe in meine App-Arena Tätigkeiten viel mehr fachlichen Input. Ich arbeite an mir.

Never stop thinking

Mir ist bewusst, dass ich noch am Anfang meiner Entwicklung stehe- für diese Erkenntnis bin ich dankbar und wünsche jedem da draussen, dass er sich nicht nur „treiben“ lässt sondern die Chance ergreift um sich selbst zu pushen!

2 Kommentare

  1. Tino Patzelt sagt:

    Lieber Herr Dr. Porschen,

    nun sind sie mir das zweite Mal innerhalb von drei Wochen mit einem Newsletter inhaltlich über die Ignoriergrenze gesprungen! 😉

    Ich werde mich in den nächsten Tagen mal bei Ihnen melden!

    Liebe Grüße,

    Tino Patzelt.

  2. Oliver Preißler sagt:

    Hallo Herr Porschen,

    herzlichen Dank für die pointierte und treffende Zusammenfassung der Situation, in der wir Führungskräfte und Leader immer wieder hineinlaufen.
    Den Blick zu heben, über den Tellerrand zu schauen, die eigene – bequeme, weil bekannte – Komfortzone immer wieder zu verlassen und nach vorne schieben …. Täglich eine große Herausforderung, aber das Annehmen und Versuchen (gelingt ja bei weitem nicht immer) bringt uns voran und ermöglicht es, sich selbst einmal auch „von außen“ zu betrachten und zu bewerten.
    Deshalb finde ich die Etablierung des Braintrusts (bei mir wäre es das Teaming) so sehr wichtig, sich auszutauschen, andere Blickwinkel kennenzulernen, zu prüfen und mit den eigenen zu kombinieren. Kritik üben und empfangen im Sinne einer Verbesserung, konstruktiv.
    Die digitale Transformation sowohl in der Arbeitswelt als auch im privaten Umfeld hat längst begonnen, läuft immer schneller. Herkömmliche (und damit bekannte) Verhaltensmuster sorgen einerseits für eine trügerische Ruhe („…. erst noch dies und das fertigmachen …“), andererseits auch für eine vorgeschobene Ausrede, sich keine Gedanken machen zu können über mittel- und langfristige Ziele, Weichenstellungen, Strategien.
    Würde mich gerne mehr und öfters dazu austauschen, andere Blickwinkel kennenlernen und im Sinne meines Coachings in den Alltag mit meinen Kunden, Kollegen einfließen lassen.
    Dankeschön.
    Viele Grüße
    Oliver Preißler

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