Es ist ein Jammer. Nun macht die deutsche Bundeswehr hippe Personalmarketingkampagnen ala „Wie verteidigst du ein Schiff gegen digitale Angriffswellen“ und trotzdem funktioniert das Recruiting nur schleppend.

Für Autorin Jenni Thier der FAS ist zwar nicht nur aber hauptsächlich die Beamtenbesoldung das Problem. In Zeiten des Fachkräftemangels etc (wir wissen alle, wie teuer IT Fachkräfte sind!) scheint es quasi unmöglich adäquate Personalstärke aufzubauen.

Da ich diese Argumentation auch immer wieder von Bundestagsabgeordneten und Sicherheitsexperten gehört habe, muss ich einmal klaren Widerspruch geben!

McKinsey ist allgegenwärtig- aber intelligente Konzepte zur Bezahlung unmöglich?

Symptomatisch der Zwischenfall, in dem fälschlicherweise normale Tagessätze für Praktikanten durch McKinsey abgerechnet wurden (McKinsey Sprecher: „wurden Teams um Praktikanten erweitert und in zwei Fällen versehentlich zum standardisierten Tagessatz abgerechnet – bei über 30 Projekten und mindestens 370 eingesetzten Personen“). Für horrende Beratungsaufträge nicht nur im Verteidigungsministerium ist also Geld da – für eine hochspezialisierte, überlebensnotwendige, schlagkräftige IT Truppe nicht?

Geld ist nicht alles- es geht um das Gesamtpaket

Spricht man selber mit Politikern, die die IT-Sicherheit der Bundeswehr verantworten, so kommt einem häufig das Wort „konzept-, kopf- oder strategielos“ ist den Sinn. Eine langfristige Strategie ist nicht wirklich erkennbar. Es sieht eher danach aus: Hippe Agentur macht nettes Computerspiel Design auf der Webseite und schaltet lustige Plakate in ganz Deutschland. Junge Menschen (ob Programmierer oder nicht) haben heute allerdings andere Antriebe und Bedürfnisse ausser Geld: Zum Beispiel Anerkennung, Flexibilität, soziale Verantwortung!

Personalmarketing Bundeswehr

Personalmarketing Bundeswehr

Sollte ich diese Erkenntnisse nicht für meine Strategie nutzen und schauen, wie ich diesen Menschen genau das biete?

Licht am Ende des Tunnels

Und ja: Ein zentraler Eckpfeiler des Personalmarketings und -recruiting muss die eigene Ausbildung sein bzw. das duale Studium. Hier bieten sich große Chancen, die anscheinend auch von der Bundeswehr erkannt wurden.

recruiting bundeswehr it

Einstieg in technische Berufe der Bundeswehr

Leuchttürme und -projekte suchen

Meine Erfahrung mit jungen Entwicklern und generell mit Spezialisten ist, dass sie für die Perspektive arbeiten- für die Möglichkeit, dazu zu lernen und sich weiter zu entwickeln! Sie brauchen Vorbilder, Freiheiten und ein Umfeld, was eine fachliche und persönliche Weiterentwicklung unterstützt und proaktiv fördert. Sie möchten agil arbeiten und auch in interdisziplinären Teams. Die klassische Wahrnehmung der Bundewehr als sehr hierarchische Organisation ist hierfür sicherlich nicht förderlich!

Geld- das ist sekundär- ausser man betrachtet es als „Entschädigung“ und nicht als Sinnerfüllung!

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