Sehr geehrter Herr Spahn,

ich freue mich sehr, Sie heute bei uns begrüßen zu können.

In der Vorbereitung auf die heutige Begrüssung ist mir eine Geschichte eingefallen. Die Geschichte weist vielleicht nicht auf den ersten – aber auf jeden Fall auf den zweiten Blick einige Gemeinsamkeiten mit Ihrer Vita auf.

Ich erzähle die Geschichte hier kurz. Es ist die Geschichte, warum ich Unternehmer geworden bin.

Ich bin Unternehmer geworden, weil ich Lutscher haben wollte! Wie kam das?

In der vierten Klasse auf dem Weg zur Grundschule gab es einen Süßigkeiten-Laden.

Kinder die Taschengeld bekamen, konnten sich Lutscher kaufen. Da ich kein Taschengeld bekam, gehörte ich nicht dazu.

Anstelle zu resignieren, habe ich mir ein Herz gefasst und mir 2 DM von meinem Urgroßvater geliehen.

Damit habe ich 20 Lutscher gekauft und die dann wieder verkauft.

Die Geschäfte liefen gut.

Nur 2 Jahre später auf dem Gymnasium hatte ich schon ein Vertriebsteam.

Wir haben die ganze Schule mit Lutschern beliefert.

Hinzugekommen waren auch Eddings, die damals „in“ waren. Später gebrannte Musik-CD´s.

Als 16 -jähriger fing ich an in einem Getränkemarkt an zu arbeiten. Natürlich verkaufte ich meine Produkte auch hier, was dem Chef zunächst nicht gefiel, aber ihn dazu brachte mich zu befördern, wenn ich meine eigenen Tätigkeiten einstellte.

Das zweite einschneidende Erlebnis hatte ich dann während meines Studiums: Ein vierwöchiges Praktikum bei Bayer:

Es waren die schlimmsten 4 Wochen meines Lebens.

Da war klar: Ich höre nicht auf den Mainstream und entscheide mich für meinen eigenen Weg.

Auch wenn ich mich so manches Mal ärgere über Fehlentscheidungen- ich kann immer sagen: Ich habe meine Berufung gefunden. Widerstände halten mich nicht ab sondern stellen Herausforderungen dar.

Lutscher müssen sich erst verdient werden

Auch für unsere Gesellschaft als Ganzes gilt- und das nebenbei gesagt- vermisse ich in öffentlichen Diskussionen häufig:

Wenn wir Lutscher essen wollen, müssen wir uns diese erst erarbeiten.

Und damit wir das hinbekommen, brauchen wir Politiker mit Mut:

Menschen die auch unangenehme Wahrheiten aussprechen.

Die sich für eine generationengerechte und wachstumsorientierte Politik einsetzen.

Und die den Mut haben voranzugehen.

Denn Mut braucht es nicht nur für eine Unternehmensgründung – egal ob man Lutscher verkaufen möchte oder etwas anderes macht.

Wir brauchen mutige Politiker

Mut braucht es im besonderen Maße auch in der Politik.

Einmal im Jahr zeichnen wir junge Unternehmer einen Politiker aus, der diesen Mut hat.

Jemanden, der gegen alle Widerstände versucht, das Richtige umzusetzen.

Und der sich nicht scheut, dabei auch starken Gegenwind auszuhalten.

Denn Politiker, die sich für die Zukunft und für Generationengerechtigkeit einsetzen, haben es bei uns leider oft schwer.

Die Wähler werden immer älter.

Und sie haben oft keinen Blick dafür, dass die aktuelle Politik auch die Zukunftschancen der nachfolgenden Generationen wahren muss.

Auch unter den Kollegen aus der Politik wird man schnell schief angesehen, wenn man auf negative Folgen politischer Beschlüsse hinweist, die erst in zehn, fünfzehn oder noch mehr Jahren auftreten.

Der Preis der nächsten Generation

Wir verleihen deswegen heute bereits zum 6. Mal den Preis der nächsten Generation.

Unter den bisherigen Preisträgern finden sich beispielsweise Carsten Linnemann, Wolfgang Clement und Katrin Albsteiger.

Lieber Herr Spahn, ich freue mich sehr, dass wir Sie dieses Jahr mit dem Preis der nächsten Generation auszeichnen können.

Sie haben sich in der Vergangenheit immer wieder für die Belange der jungen Generation eingesetzt.

Insbesondere in die Rentendebatte greifen sie regelmäßig ein, um für eine generationengerechte Politik zu werben.

Und Sie werben auch für einen realistischen Blick.

So haben Sie vollkommen zu Recht darauf hingewiesen, dass wir aktuell keine grassierende Altersarmut haben.

Armut kommt in Deutschland zum Glück selten vor. Und wenn, dann betrifft sie Kinder, nicht Rentner.

Sie setzen sich auch immer wieder für eine längere Lebensarbeitszeit ein.

Diese Forderung unterstützen wir sehr.

Die Menschen werden immer älter.

Da ist es nur logisch, dass sie einen Teil dieser Zeit nutzen, um länger zu arbeiten.

Aufnahme der Generationengerechtigkeit ins Grundgesetz

Und auch wenn es schon wieder lange her ist, möchte ich daran erinnern, dass sie auch für die Aufnahme der Generationengerechtigkeit in das Grundgesetz gekämpft haben.

Sie gehörten 2006 zur parteiübergreifenden Abgeordnetengruppe, die den „Entwurf eines Gesetzes zur Änderung des Grundgesetzes zur Verankerung der Generationengerechtigkeit“ in den Bundestag eingebracht hatte.

Dieser Versuch war zwar leider am Ende nicht erfolgreich. Aber er war sehr wichtig für die Debatte zur Generationengerechtigkeit.

Und das kann ich Ihnen hier im Namen aller Unternehmer versichern: Eine Niederlage ist kein Scheitern sondern stellt immer einen Schritt nach vorne dar.

Mut, wie man ihn bei wirtschaftlichen und unternehmerischen Projekten braucht, haben Sie auch an anderer Stelle bewiesen:

Als die CDU Ende 2014 die Beisitzer für das Präsidium der Partei neu gewählt wurden, sollte kein Vertreter der jungen Generation dabei sein.

Sie haben aber angekündigt, trotzdem zu kandidieren.

Ich kann mir vorstellen, wie sehr dabei innerparteilich Druck auf Sie ausgeübt wurde.

Diesem haben Sie aber widerstanden.

Letztendlich zog dann ein älterer Politiker seine Kandidatur zurück.

Generationengerechte Politik braucht Verfechter, die Mut haben und auch Konflikte durchstehen können.

Lieber Herr Spahn, ich bewundere Sie. Sie haben eine Vorbildfunktion! Bitte behalten Sie diese bei! Das ist Ihre Berufung!

Bitte kommen Sie auf die Bühne!

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