Das Key Learning aus 2016 für das neue 2017

 „Das meiste Momentum verlieren Unternehmen dadurch, dass sie Dinge nicht zu Ende denken.“

Ich liebe dieses Zitat von Alfred Herrhausen.

Weil es so 100 % richtig ist.

Das Jahr 2016 war so aufwühlend und unvorhersehbar, wie schon lange keins mehr.

Jetzt ist es fast vorbei und wir sollten es zu Ende denken.

Dann können wir daraus das so wichtige Momentum für 2017 ziehen.

Wir werden es brauchen, mehr denn je.

Denn:

Ein Weiterso wird es nicht geben.

Uns werden jetzt die unbeschwerten Jahre bewusst, in denen wir uns den grandiosen Luxus herausnehmen konnten, vom Frieden gelangweilt zu sein.

In der wir in jeden Jahreswechsel hineinleben konnten, als gäbe es kein Morgen.

Diesmal wird es ein Weiterso nicht geben.

In vielen Rückblicken ist das Jahr 2016 schon verrissen und demontiert worden.

Doch schauen wir uns die Entwicklung mal aus 8000 Meter an und nehmen die Emotion raus. Und denken das Jahr zu Ende.

Wir sehen große Eisbergspitzen aus der politischen und wirtschaftlichen Landschaft herausragen:

Protektionismus, Neo-Nationalismus, Terrorismus, Postfaktischer Egoismus, Populismus.

Gleichzeitig sehen wir:

Globalisierung, Digitalisierung, Individualisierung, Ökonomisierung, Monopolisierung.

(Die Zeit nennt es: die Unerträgliche Gleichzeitigkeit des Seins)

Wie bei jedem Eisberg, sind die sichtbaren Spitzen nur der kleinste Teil der real existierenden Entwicklung.

Und jetzt?

Was nehmen wir aus dem alten 2016 für das neue 2017 mit?

Wie denken wir es zu Ende, damit wir die notwendigen Veränderungen und Weiterentwicklung hinkriegen?

Mehr Zusammenarbeit
(oder Collaboration / CoWorking /  Cooperation – you name it)

Das zentrale Learning aus den politischen und wirtschaftlichen Ereignissen ist, dass wir für 2017 viel mehr Zusammenarbeit brauchen.

In allen Bereichen. In aller Konsequenz. Vom Großen bis ins Kleine.

Mehr Zusammenarbeit in Europa

Europa ist, so wie es sich jetzt darstellt, nicht überlebensfähig.

Spätestens nach Brexit und Trump muss das jedem klar sein.

Gleichzeitig ist Europa alternativlos.
Mit einer starken Demokratie, mit herausragenden wirtschaftlichen Stärken,
mit großartigen Unternehmen, mit einer vielfältigen Kultur.

Und gerade die Entwicklungen in 2016 geben Europa die Chance,
es jetzt besser zu machen. Es jetzt zu Ende zu denken.

Wenn nicht jetzt, wann dann.

Fokussiert auf unsere Werte, auf unsere Stärken, auf unsere Vielfalt.

Jetzt endlich mit mehr gemeinsamer Wirtschafts-, und Fiskal- und Sicherheitspoltik.

Und weniger Bürokratie und Fürstentumgehabe.
Da werden nicht alle mitmachen wollen. Sollen Sie auch nicht.
Die andern, die den europäischen Kern bilden, müssen dafür umso mehr zusammenarbeiten.

Mehr Zusammenarbeit von Politik, Wissenschaft und Wirtschaft

Der wirtschaftliche Wachstum muss von der der Politik gefördert und unterstützt werden. Gerade jetzt. Das unternehmerische Momentum, das uns in den letzten Jahrzehnten so getragen hat, muss wieder stärker gefördert werden. Gepaart mit unserer unglaublichen wissenschaftlichen Expertise und Hochschullandschaft ist das weltweit einzigartig. Schlagwörter wie Breitbandausbau, Infrastruktur, Innovationsförderung sind oft genannt.

Ein Erfolgsfaktor ist die Vernetzung in Clustern, in denen unterschiedliche Akteure aus Wissenschaft, Wirtschaft und Politik an Querschnittstechnologien von heute für morgen arbeiten. In einigen Bereichen und Regionen gelingt das schon hervorragend.

Warum: Weil dort Organisationen interdisziplinär zusammenarbeiten.

Mit mehr Zusammenarbeit kann und muss genau das noch weiter ausgebaut werden.

Mehr Zusammenarbeit der Medien

Das Wort des Jahres „postfaktisch,“ die omnipräsenten „Fake News“ die unerträgliche Medienhetze sind auch eine Chance für den Journalismus.

Auch hier ist das Zauberwort: mehr Zusammenarbeit der Medien:
Printmedien mit Digitalen Medien. Classical Media mit Social Media.

Und 2016 hat bewiesen, wie wichtig und erfolgreich die Zusammenarbeit unabhängiger Journalisten ist: Rechercheure unterschiedlicher Medienhäuser haben zusammen mit investigativ arbeitenden Kollegen aus aller Welt, die „Panama Papers“ ausgewertet. Ein globales Netz illegaler Finanztricks ist auf diese Weise aufgeflogen, was einmal mehr belegt: Zur Kontrolle der Mächtigen bleibt der
Qualitätsjournalismus unverzichtbar.

Das lässt sich auf andere Bereiche ausdehnen. Gerade zur Bekämpfung des neuen Phänomens Fake News ist bessere Zusammenarbeit notwendiger denn je.

Mehr Zusammenarbeit von Unternehmen:
Familien- und Jungunternehmen; Old und New Economy

Gerade in Deutschland ist die industrielle Kompetenz und Breite eine Säule der Gesellschaft.

Dort wo Old und New Ecconomy zusammenarbeiten, entstehen ganz neue Wachstumsfelder. Und ein neues unternehmerisches Momentum.
Deutschland kann Deep Tech. Und Deutschland kann Smart Tech. Beides seit Jahrzehnten und beides sehr erfolgreich.
Wenn beide noch stärker zusammenarbeiten entstehen Zukunftsindustrien.

BMW macht es erfolgreich vor.

Seit über 10 Jahren arbeitet BMW an dem autonom fahrenden Auto. Zusammen mit dem Chipkonzern Intel und dem Kameratechnik-Experten Mobileye. Zudem arbeiten sie zusammen mit einem Start Up im Bereich Computervision. BMW will sich auch selber Kompetenz im Bereich aufbauen und sieht ein große Potential in der Zusammenarbeit mit jungen Unternehmen. Daraus ist ja schon „DriveNow“, „ParkNow“ und „ChargeNow“ entstanden.
Zu Ende denken lohnt sich.

Mehr Zusammenarbeit in Unternehmen

Wenn Unternehmen anfangen ihr Silo-Denken aufzugeben, erfinden sie sich neu.

Das Zauberwort heißt „agile Organisation“.

Dieter Zetsche hat für Mercedes diese Parole ausgegeben und ganze Bereiche neue aufgestellt.

Die Prämisse? Eine andere Arbeitskultur zu erfinden.

Nicht Revolution, sondern Evolution. Mit einer neuen Methode der Zusammenarbeit, um Projekte umzusetzen: Sie kommt aus den IT-Abteilungen und wird in anderen Arbeitsbereichen umgesetzt. Warum agil: Kundenorientierung!
Von Kunden her denken.  Mit unterschiedlichen Bereichen zusammenarbeiten.

Die Liste lässt sich unendlich ergänzen. Zusammenarbeit der Religionen, der etablierten demokratischen Parteien, der Länder, der Wirtschaft, des Handels, der Menschen.

Für Alles gilt das Gleiche.
Zusammenarbeit heißt:
Gemeinsam – jeder hört auf den Anderen
Arbeiten. Die Ärmel hochkrempeln und anpacken.

Von alleine wird es nicht gehen.

Wir haben es in der Hand.

Ich wünsche allen ein gute neues Jahr, vor allem Gesundheit und Zufriedenheit.

Michael Prothmann ist CEO der iConsultants GmbH, einer Top Mangement Strategieberatung.

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