Die letzte Zeugin von Glenn Meade

Die letzte Zeugin von Glenn Meade ist ein (historischer) Thriller, der die Geschehnisse rund um die Jugoslawien-/Bosnienkriege thematisiert. In einem bosnischen Gefangenenlager wird im Anschluss an ein Massaker ein Mädchen gefunden, dass ein Tagebuch fest umklammert hält. Es ist das Tagebuch Ihrer Mutter, die Ihr Leben (was an dem Tag des Massakers geendet ist) dort beschrieben hat. Ungefähr 20 Jahre später wird in News York ein bekannter Pianist ermordet. Er ist der Ehemann des damaligen Mädchens. Die Frau arbeitet Ihre Vergangenheit auf und stellt fest, dass Ihr Mann von der serbischen Mafia, deren Strippenzieher auch für den Tod Ihrer übrigen Familie verantwortlich sind, getötet wurde. Sie beschliesst Rache zu nehmen. Die Story soll bis auf den Rachefeldzug den wahren Gegebenheiten entsprechen.

Super Story- flache Umsetzung

Wenn an dem Buch etwas interessant ist, dann die Thematik und die Story. Leider sind die Charaktere so schwach aufgebaut, dass Sie uninteressant und teilweise auch unsympathisch wirken. Die Hauptakteurin besticht durch unzählige Floskeln in Ihren Aussagen und Gedanken! Das ist kitschig, schnulzig und man fragt sich, wer so etwas lesen kann. Der Vorteil an der Stelle ist: Es ist so einfach geschrieben, dass man die Seiten an einem Strandtag gut überfliegen kann! Das der irische Autor Glenn Meade dem Gerichtsmediziner in seiner Story eine irische Identität gibt, ist eine nette Randnotiz.

Das Massaker vor unseren Augen

Die eigentliche Botschaft des Buches ist die Erregung von Aufmerksamkeit für die schnell in Vergessenheit geratenen Gräuel der Jugoslawienkriege. Heute aktueller denn je, haben ethnische und religiöse Konflikte zu Massakern geführt, die denen des zweiten Weltkrieges wenig nachstehen. Die Opferzahlen der Konflikte divergieren zwischen 100.000 und 300.000 Toten, wobei die erschreckende Prozentzahl von 40 die Menge der zivilen Opfer beschreibt. Über 2 Millionen Menschen wurden vertrieben und sind bis heute nicht zurückgekehrt. Erschütternd ist die Tatsache, dass direkt im Zentrum des heutigen Europas noch vor wenigen Jahren Massaker wie die in Srebrenica verübt wurden. Allein in Kriegsgefangenlagern, die denen der Nazis ähnelten, wurden Schätzungen zufolge 30.000 Menschen umgebracht.

Von | 2018-05-31T17:37:18+02:00 14. August 2016|Bücher Rezension|

Über den Autor:

Dr. Hubertus Porschen ist Geschäftsführer der App-Arena GmbH. Er war zudem Vorsitzender des Verbandes der Jungen Unternehmer (Die Familienunternehmer). Des Weiteren doziert er auf Konferenzen und Tagungen zu Themen rund ums Social Web, Digitalisierung und Innovationsthemen.

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