Seit einigen Tagen grassiert es auch in Deutschland: Das Pokemon Go Fieber. Jugendliche, Kinder, Erwachsene und Rentner laufen durch die Strassen und sammeln fleißig Pokemons.

Geht doch wieder mal nach draussen!

Es ist verrückt. Haben die Smartphones, das Internet und auch „die Apps“ und vor allem Computerspiele dazu beigetragen, dass vorrangig junge Menschen mehr Zeit in der „Stube“ und in der digitalen Welt verbringen, so ist es nun ausgerechnet eine App, die diese Menschen „raus“ – auf die Strassen und in die Natur treibt. Pokemon Go lockt Menschen zuhauf aus Ihren Wohnungen.

Das Internet geht auf Pokemon Go ab!

pokemongo suchvolumen

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Schaut man bei google Trends auf die meist gegoogelten Begriffe der letzten 30 Tage so zeigt sich wenig erstaunlich, dass die Begriffe „Facebook“ und „Google“ weiterhin ganz oben stehen. Welche Schlagkraft und in welcher Stärke der Pokemon Go Hype nun entfacht ist, zeigt allerdings erst die Relation zu andern Begriffen wie „Barack Obama“ oder „apple“. Nach „Angela Merkel“ oder „Putsch Türkei“ muss man gar nicht erst schauen. Diese liegen weit abgeschlagen hinten. Pokemon Go ist also in aller Munde.

Grandioses Comeback von Nintendo mit Pokemon Go

Der Aktienkurs von Nintendo hat sich in den letzten 10 Tagen fast verdoppelt:

nintendo aktienkurs

nintendo aktienkurs

Nintendo (übrigens wurde Nintento 1889 als Familienunternehmen in Japan gegründet- als Unternehmen, was auf die Produktion von Spielekarten spezialisiert war) hat damit zum wiederholten Male bewiesen, dass es in der Lage ist, sich jederzeit neu zu erfinden. Neben Gameboy und diversen erfolgreichen Spielekonsolen floppten allerdings auch eine Reihe von Nintendo Produkten, wie bspw. der Virtual Boy (1995), in dem zwei Bildschirme angebracht waren, die durch die versetzte Wahrnehmung der Augen einen 3D Effekt erzeugen sollten.

Nach dem extremen und deutlich überzogenen Höhenflug  der Nintendo Aktie hat sich der Kurs inzwischen wieder stabilisiert (Stand 31.7.2016).

Erfolgsfaktoren Nintendo und Pokemon Go

Still und heimlich hat Nintendo einen Masterplan verfolgt und durchaus visionär agiert. Bereits mit dem Nintendo Wii konnte ein innovatives Produkt geschaffen werden, was auf der einen Seite sehr interaktiv war und die Nutzer auch zu aktiver Bewegung animierte. Diese Strategie wurde konsequent weiter verfolgt.

Pokemon Go nutzt nicht nur die bestehende Marke, sondern auch Faktoren wie den Spieltrieb der Menschen (#jaegerundsammler), soziale Interaktion und modernste Technologien.

Augmented Reality zum ersten Mal wirklich sinnvoll eingesetzt

Die Technologie Augmented Reality ist an und für sich nichts neues, allerdings wurde Sie bisher nur unzureichend genutzt- zumindest im B2C Sektor.

Nun ist Pokemon Go das erste Spiel, was sich diese Möglichkeit zunutze macht und Realität und virtuelle Welt miteinander verknüpft.

Nun werden erste Phantasien wahr: Speisekarten können mittels Kamera am Smartphone übersetzt werden, Verletzte mit Hilfe einer App in die richtige Lage gebracht werden.

Und endlich macht Google Glas Sinn! Der Wissenvorsprung wird Google noch nützen, auch wenn das Produkt nach Auffassung Vieler (unwissenden) erst einmal gefloppt ist.

Schnitzeljagden mit dem Smartphone, verstärkte Signale für Rentner, die unterwegs sind. Endlich reden wir nicht mehr über Utopie, die in 20 Jahren Realität wird, sondern den modernen Pilzesammler, der Pokemons sammelt.

Die Monetarisierung von Pokemon Go!!

Einer der spannendsten Aspekte an Pokemon Go ist die Monetarisierungsstrategie, die verfolgt wird. Auf den ersten Blick sehe ich 3 Monetarisierungsoptionen:

  • Nutzer zahlt Gebühren für Upgrades in sämtlichen Facetten. Das Interessante dabei: Sie zahlen für einmalig nutzbare Optionen (z.B. Glücks-Eier) und: Sie zahlen für Updates, die Sie nicht im „Kampf“ gegen den Computer einsetzen, sondern hauptsächlich im Kampf mit menschlichen Mitspielern (Das ist ähnlich wie bei Fifa, wo EA Sports ähnliche Monetarisierungsmöglichkeiten geschaffen hat).  Schon jetzt ist klar: Wer bei Pokemon Go oben mitspielen will muss sowohl richtig Zeit investieren, aber auch eine Menge Geld investieren. Nicht jeder Spieler zahlt- von denen die zahlen, gibt es grundsätzlich zwei Gruppen:
    • Die, die sich vom Spiel mitreissen lassen und schneller vorankommen wollen und
    • die, die unbedingt erster werden wollen und auch große Summen ausgeben!
  • Unternehmen zahlen Gebühren für Köder um Kunden in Ihre Offline-Filiale bzw. in den stationären Handel zu locken!
  • Daten, Daten, Daten: Wenn Google und Facebook Datenkraken sind, was ist Nintendo dann? Auch wenn wir im Moment kostenlos spielen…so zahlen wir letztlich mit unseren Daten!
pokemon offline

pokemon offline

Wer genau verdient an Pokemon Go?

Grundsätzlich verdienen 4 Parteien an der Pokemon Go App:

  • Niantic als Entwickler der App (30 %)
  • Pokemon Company (30 %)
  • Nintendo (10 %)
  • App Stores (itunes, google play) (30 %)

Die Welt hat auf Pokemon Go gewartet

Und damit ist eigentlich klar, dass die Welt auf Pokemon Go gewartet hat. Es ist der Auftakt zu einer neuen Generation an Spielen und Smartphone Nutzung und Datennutzung. Die Welt hat nun zwar nicht auf Pokemon Go gewartet, aber es ist der Anfang zu einer völlig neuen Generation an Spielen!

Weitere Lesehinweise:

https://www.iconsultants.eu/blogleser/digitale-transformation.html

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