…lautet der Titel der eines Songs von Creme de la Creme (deutsche HipHop aus den 1990´ern). „So was von da“ ist die niedergeschriebene Prosa zur wilden Rapgeschichte im Song.

Für mich selbst wird mich das Buch immer an meinen Vietnam Urlaub 2016 erinnern, als mir ein deutscher Reisender (Dag, Journalist), das Buch geliehen hat. Ich hätte es nämlich niemals gekauft. Weil ich davon nicht gehört hatte. Weil ich aus dem Klappentext nicht entnommen hätte, worum es geht. Ein Buch über eine Partynacht! So what?

So was von da: Roman (KiWi)

Und zwar zu Unrecht. Denn es macht Spass und liefert Stoff zum Nachdenken. Das Buch geht ab, wie ein Zäpfchen. Es ist zudem authentisch. Nicht gespielt. Real.

Tino Hanekamp liefert mit seinem Erstwerk „So etwas von da“ so etwas wie seine autobiografische Lebensgeschichte ab (Tino Hanekamp selbst hatte einmal den Hamburger Club „Weltbühne“, der 2005 abgerissen werden musste).

Oscars´letzte Nacht bevor sein Club abgerissen wird

Oscar wacht auf. Neben ihm eine Frau, die er angewidert wegschickt. Die Tür wird eingetreten- herein kommen Kiezgrößen, die Geld von Ihm leihen wollen. Und das obwohl ihn vor dem letzten Abend seines Clubs Schulden plagen. Es beginnen 24 Stunden Kiez, 24 Stunden sowas von volle Dröhnung: Drogen, Liebe, Gewalt. Aber auch: Leonard Cohen und Marc Aurel.

Oscar hat wenige Stunden um die letzte Nacht seines RockClubs zusammen mit seinem Partner Pablo, seinen Türstehern, seinem Starfreund Rocky und seiner Künstlerfreundin Nina vorzubereiten. Die Party scheint ein Desaster zu werden, ständig unterbrochen von unvorhergesehen Ereignissen und wichtigen zu treffenden Entscheidungen. Es geht um gute Freunde und vor allem um die große Liebe, die wie ein Damoklesschwert über allen Aktionen schwebt. 500 Gäste sollen an Sylvester die Nacht Ihres Lebens verbringen. Da gibt es viel zu tun…
So was von da: Roman (KiWi)

Am Ende wird es…ach das sollte man selbst lesen.

Eine Nacht wie ein ganzes Leben

Die Nacht ist schliesslich wie ein ganzes Leben: Es ist ein auf und ab. Engel links- Teufel rechts. Gut und böse, schwarz und weiss gibt es nicht. Das bringt der Autor verdammt gut rüber. Sprachlich recht einfach gehalten und wie ein Kinderbuch lesbar, bekommt man trotzdem eine fesselnde Geschichte geliefert, die spannender als mancher Mankell Krimi ist.

Die Charaktere erscheinen sehr aussergewöhnlich auf den ersten Blick. Sind Sie auch. Sie sind fantastisch. Vielleicht etwas oberflächlich beschrieben, aber alle wertvoll. Und hier spiegelt sich eine weitere Message: Irgendwie ist jeder aussergewöhnlich.

Das Buch und die Story ist aber vor allem ein Loblied auf die Freundschaft. Hier werden die wichtigen Entscheidungen getroffen. Auf wen kann man sich verlassen. Oscar ist „verpeilt“ und schlecht organisiert- aber: Auf Ihn ist Verlass. Er trägt Verantwortung.

Und getreu dem Motto „et hätt schon immer joot jejange“ (kölsches Grundgesetz) sieht Oscar am Ende auch nicht klar. Aber irgendwie schon: „Mathilda winkte und weinte ein bisschen. Heißa, das Leben kann beginnen.“

 

Am Ende bleibt:

Jeder nach seiner Fasson. Oder wie man in Köln sagt: Jeder Jeck ist anders. Den Revoluzzer hat jeder in sich. Fraglich, wann und wie oft er diesen hervorholt um mal wieder auf den Boden der Tatsachen zu kommen und sich um die wirklich wichtigen essentiellen Dinge des Lebens zu kümmern.

Haltung: Die Weltsicht des Protagonisten scheint auf den ersten Blick die eines verquerten linken Loosers zu sein. Je länger man liest desto mehr stellt man eine gewisse Logik in den Weltanschauungen fest, die vor allem eins zeigt: Haltung und Verantwortung. Hier kann sich jeder ein Stück von abschneiden.

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