Stellen wir uns mal vor, wir seien Unternehmer in Waldbröl, Luftlinie 47 km von Köln entfernt. Ein schöner Ort, viel Grün. Es gibt ein Gewerbegebiet mit 150 Unternehmen, darunter viele „Hidden Champions“. Alles gut?

Nein. Zumindest nicht, wenn man auf eine schnelle Internetverbindung angewiesen ist. Denn im Gewerbegebiet herrscht in weiten Teilen digitales Mittelalter, da dort schlichtweg kein Breitband verfügbar ist. Die digitale Infrastruktur besteht aus alten Kupferleitungen der Telekom.

Nach etlichen Jahren „Warten auf Breitband“ wurden die Unternehmer selbst aktiv. Als 50 Prozent günstigere Lösung zum Kabel fiel die Entscheidung auf „Breitband via Richtfunk“. Seit kurzer Zeit steht im Gewerbegebiet in Waldbröl jetzt also ein Richtfunkmast. Und 150 Unternehmen dürfen endlich an der Digitalisierung der Welt teilhaben.

Waldbröl ist übrigens nur ein (reales!) Beispiel, das zeigt: Trotz aller Versprechungen, Pläne und Programme ist die Versorgung mit schnellem Internet noch lange nicht flächendeckend gegeben. Und hier hilft auch die räumliche Nähe zu Metropolen oft nichts. Einer der Gründe ist übrigens, dass die öffentliche Hand früher noch zwölf Prozent ihrer Einnahmen investiert hat und heute nur noch sieben Prozent! Da bleiben viele wichtige Projekte auf der Strecke, wie z.B. Breitband im Waldbröler Gewerbegebiet.

Nun ist es aber so, dass die Digitalisierung eine der größten Anforderungen an die Unternehmen in den nächsten Jahren ist. Schlecht ist, wenn man als Unternehmer da nur von weitem zusehen kann. Eine funktionierende und überall verfügbare schnelle digitale Infrastruktur ist ganz klare Voraussetzung für Wettbewerbsfähigkeit am Standort Deutschland.

Die Diskussionen bei unserer BJU-Veranstaltung mit Martin Dörmann, MdB, im März zum Thema Digitale Infrastruktur in Deutschland hat gezeigt: Die Bundesregierung hat das Problem schon erkannt. Aber das reicht uns nicht. Deshalb werden wir an dem Thema in den nächsten Monaten dranbleiben. Nicht nur wegen der Unternehmer in Waldbröl. Die haben ja jetzt den Mast. Sondern wegen aller anderen Unternehmen, die noch versuchen, mit Kupferleitungen ins Internet zu kommen.

Quellen:

http://www.giv-waldbroel.de/cms/upload/images/berichte/AT_Aggertechnik/Infoschreiben_Breitbandversorgung_AT_GIV-Waldbrl_2015-031.jpg.pdf

http://www.at-aggertechnik.de/breitbandinternet_fuer_gewerbepark_boxberg,_waldbroel.menuid59.detailid207.html

http://www.giv-waldbroel.de/wir/veranstaltungen/caspari-gmbh-co.-kg.html

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