Und was, wenn jeder 7. fehlt? Oder: Mitarbeiter wachsen leider nicht am Baum

Wenn’s so weitergeht mit dem demografischen Wandel, bekommen wir ein Problem. Und zwar ein großes. Denn Prognosen sagen, dass in zehn Jahren sechs Millionen Arbeitskräfte in Deutschland fehlen. Das wäre jeder 7. Jede 7. Stelle bliebe also unbesetzt. Nicht gut. Und die ersten Vorboten sind schon da. So konnten im vergangenen Jahr 80.000 Ausbildungsplätze in Deutschland nicht vergeben werden. Ein krasses Warnsignal. Denn wenn die jungen Leute schon in der Ausbildung fehlen – dann erst recht als Mitarbeiter danach.

Und die Signale häufen sich. Wer nicht gerade ein Unternehmen in einer der überlaufenen Branchen hat, merkt seit Jahren: Die Bewerbungen werden immer weniger. Unternehmen aus ländlicheren Gegenden klagen über einen besonders starken Rückgang. Immer mehr Aus- und Arbeitsplätze bleiben unbesetzt. Fachkräfte wie Ingenieure fehlen jetzt schon fast flächendeckend.

Doch was tun? Die einfachste Lösung wäre die Förderung qualifizierter Zuwanderung und die Umsetzung einer besseren Vereinbarkeit von Familie und Beruf. Nicht ganz so kompliziert ist es auch, den Studienabbrechern, die es leider mehr und mehr gibt, einen schnellen Weg in eine berufliche Ausbildung zu ebnen. Etwas schwieriger wird es dann schon, Geringqualifizierte, die bisher eher keinen Job gefunden haben, in den Arbeitsmarkt zu integrieren. Unternehmen, die das gerade versuchen, werden mit den doch sehr hohen Anforderungen oft alleine gelassen.

Tatsache ist: Die Fakten sind seit Jahren bekannt – und es sind viel zu wenige Lösungen erdacht worden. Wenn die Politik jetzt nicht die richtigen Weichen stellt, verschärft sich die Lage noch weiter. Hier sind wir gerade als junge Unternehmer in der Verantwortung. Hier müssen wir auch mal über andere Möglichkeiten nachdenken und neue Wege finden! Denn wenn bald jeder 7. fehlt, dann haben wir ein Problem.

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Von | 2018-05-31T18:31:43+02:00 6. August 2015|Alle Beiträge, Politik und Wirtschaft|

Über den Autor:

Dr. Hubertus Porschen ist Geschäftsführer der App-Arena GmbH. Er war zudem Vorsitzender des Verbandes der Jungen Unternehmer (Die Familienunternehmer). Des Weiteren doziert er auf Konferenzen und Tagungen zu Themen rund ums Social Web, Digitalisierung und Innovationsthemen.

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