Grexit

Das Wort „Grexit“ setzt sich aus den Wörtern „Greece“ und „exit“ zusammen und impliziert das Ausscheiden Griechenlands aus der Europäischen Union. Dies hätte zur Folge, dass der Euro nicht mehr das offizielle Zahlungsmittel in Griechenland wäre, sondern eine neue Landeswährung, wie zum Beispiel eine neue Drachme, eingeführt werden müsste. Ein Ereignis in diesem Ausmaß, ist historisch ohne Beispiel.

Was bedeutet das für die EU?

Auch die EU-Verträge sind auf solche Szenarien nicht vorbereitet. Deshalb sollte man sich zu Recht fragen: Was würde ein mögliches Grexit für Europa bedeuten? Die große Gefahr die durch ein Grexit bestehen könnte ist, dass auch andere hochverschuldete Länder, vor allem im Süden Europas, die Reißleine ziehen könnten.

Da die aktuellen EU-Verträge keine Austrittsoption beinhaltet, sahen sich Spanien, Portugal und Irland vor einigen Jahren gezwungen gravierende, teilweise belastende, Strukturreformen umzusetzen. Mit einem Grexit würde dann ein Präzedenzfall geschaffen. Folglich könnte man einen sukzessive Zerfall und somit das Ende der EU erwarten. An dieser Stelle sollte man sich die Frage stellen ob ein Austreten aus der EU eher von Vorteil wäre oder eher von Nachteil.

Was bedeutet das für Griechenland?

Die Verflechtung der griechischen Wirtschaft mit der europäischen Wirtschaft ist relativ gering. Trotzdem wird die Einführung der Drachme eine deutlich abgewertete Währung mit sich bringen. Dieser Schritt kann zwar mittelfristig die Wettbewerbsfähigkeit der Griechen erhöhen, da griechische Produkte im europäischen Raum dann günstiger angeboten werden können, allerdings würden Importe aus dem europäischen Raum für den griechischen Konsumenten wesentlich teurer werden.

In solch einem Fall wird die griechische Regierung verstärkt Geld drucken müssen, um dem teuren Euro entgegenzuwirken. Dies wird dann aber die Inflation anheizen und ergo würde sich die griechische Landeswährung mehr und mehr abwerten. Schwere Rezession, schwache Konjunktur wären dann die unerwünschten Nebenwirkungen. Im Hinblick auf diese Zukunft ist es angemessen, Reformen umzusetzen, damit Griechenland weiterhin wettbewerbsfähig bleibt.

Am 15. Juli wurde – nach einer fünfstündigen Debatte – schließlich ein Gesetzespaket mit Spar- und Reformauflagen der internationalen Gläubiger gebilligt. Unter anderem wird nun die Mehrwertsteuer stark angehoben. Außerdem wird es einen vollständigen Stopp geben für fast alle Frühverrentungen und Zusatzabgaben für Freiberufler und für Besitzer von Luxusautos, Häusern und Jachten. Mit diesen Schritten wäre ein Grexit wahrscheinlich abgewendet. Verfolgen wir mit Spannung die weiteren Schritte.

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